Die Mühlinger Schloßbühlhalle war an beiden Tagen voll besetzt und das Publikum dankte den Akteuren für ihre Mühen mit reichlich Szenenapplaus und vielen Lachern. Die Stunde der Wahrheit nahte nicht nur für die fünf Männer und sechs Frauen in dem Stück, die sich in der kleinen, frisch eröffneten Pension auf dem Mühlinger Bauernhof der Familie Ferstl begegneten.

Es herrschte die einhellige Meinung bei den Zuschauern, dass der Besuch der Mühlinger Theateraufführungen fester Bestandteil des Osterwochenendes sei. Die Besucher kommen längst nicht nur aus der Gemeinde, sondern auch aus Stockacher Ortsteilen und den Umlandgemeinden im Landkreis Sigmaringen und Tuttlingen, worüber sich die Akteure sehr freuen.

Neues Geschäftsmodell mit unerwarteten Nebenwirkungen

Bereits in der Ankündigung des Theaterstücks durch die Präsidentin der Sunnelöscherzunft, Josefine Traber, wurde klar, dass die Landwirtschaft für die Ferstls die Erweiterung um einen weiteren Betriebszweig notwendig machte. Die beiden Damen das Hauses nutzten die Chance, mit ihren Talenten und Möglichkeiten das Familieneinkommen zu steigern.

Schwiegermutter und Schwiegertochter hatten allerdings ihre Pläne gänzlich ohne den kecken Bauern gemacht, welcher mit Leibeskräften verhindern wollte, dass Fremde und, wie er befand, "womöglich no en Schwob a mei'm Tisch sitzt".

Ein Eintrag beim Mühlinger Verkehrsbüro im Rathaus, und ein von Oma Ferstl gemaltes Schild sorgten für eine bunte Mischung aus Gästen aus allerlei Gesellschaftsschichten. Ganz egal, ob alleinstehend oder verheiratet, einfach oder eher kompliziert, die Chefin des Hauses, Rosa, und ihre Schwiegermutter Sofie hatten die Pension sowie Sohn und Ehemann Paul meist voll im Griff.

Die alleinstehende Rita (Carina Beha) wird beim Mühlinger Ostertheater von Bergsteiger Gustav Knupke (Nicolay Kratzer) aus ihrer misslichen Lage gerettet und gepflegt.
Die alleinstehende Rita (Carina Beha) wird beim Mühlinger Ostertheater von Bergsteiger Gustav Knupke (Nicolay Kratzer) aus ihrer misslichen Lage gerettet und gepflegt. | Bild:  Doris Eichkorn

Die eintreffenden Singledamen allerdings brachten den Hormonhaushalt des Bauern sowie der weiteren Männer schwer ins Wanken. Der Klempnergeselle Toni, welcher neben einem fast hoffnungslos scheinenden Notfall ins Haus gerufen wurde, verliebte sich unsterblich.

Auch die aufgeschlossene und mehr als attraktive Rita, welche die Mühlinger süß und lieb fand, stieß beim Oktoberfest im Gasthaus Adler auf ihren Herzbuben: Der mit Kniebundhose, Sepplhut und Rucksack nach Herausforderungen suchende Bergsteiger Gustav Knupke aus Dresden eroberte ihr Herz.

Manche Herzensangelegenheit im Stück wurde zur großen Herausforderung. Und was bei manch einem Ehepaar nach vielen Jahren verschüttet im tiefen Winkel des Herzens noch zu finden war, keimte durch die Eifersucht wieder auf.

Ein ebenfalls mit Liebe und viel Herzblut gestaltetes Bühnenbild erfreute wieder die Besucher. Die Bauernstube im Landhausstil, mit massiven Kiefermöbeln, das alte Porzellan, Blumen und nicht zu vergessen das Kruzifix im Zimmerwinkel spiegelten den dörflichen Spielort bestens wieder. Am Ende des Stückes gab es wie gewohnt viel und lang anhaltenden Beifall der Besucher.

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