Kleine Geste, große Wirkung: So könnte man den Abschied des bisherigen Feuerwehrmannschaftstransportwagens, welchen die Abteilung Mühlingen nach 15 Jahren in den Ruhestand entließ, beschreiben. Allerdings landet der Feuerwehr-Oldie nicht wie mancher seiner Standeskollegen als Oldtimer in einer Garage der Region und wird zum Partybus oder Urlaubsmobil von reisewütigen Feuerwehrfans genutzt. Er wurde „aufgrund einer großzügigen Geste des Mühlinger Gemeinderates nicht verkauft, sondern für den Transport von Schulkindern oder auch Bewohnern in die ukrainische Partnergemeinde Newitzkoje gespendet“, so Bürgermeister Manfred Jüppner in seiner Ansprache anlässlich der Weihe des neuen Feuerwehrmannschaftstransportwagens.

Der Abschied vom gewohnten Fahrzeug mit dem Stern fiel manchem Wehrmitglied sicherlich nicht ganz leicht, verband man doch viele Stunden und Fahrten mit ihm. Aber auch der Nachfolger verzauberte die Kameraden. Beide wurden vielfach mit den Handys fotografiert und für die Nachwelt so festgehalten.

Gottesdienst in der Pfarrkirche

Nach einem Gottesdienst in der Mühlinger Pfarrkirche Sankt Martin weihte dann Hartwig-Michael Benz unter dem Augen einer großen Anzahl von Feuerwehrkameraden aller Abteilungen der Gemeinde und der Nachbargemeinden, Mitgliedern des DRK und einer großen Anzahl von Mitglieder des Einsatzkräfte-Nachsorge-Teams ein. Nach einem Segensgebet stimmte Pfarrer Benz ein gemeinsames Lied an, und weihte auch nochmals das scheidende Fahrzeug, mit welchem die Delegation aus der Ukraine dann die Rückreise in die Heimatgemeinde Newitzkoje im Bezirk Ushgorod antrat. Bürgermeister Michael Laba bedankte sich für die Spende an seine Gemeinde. Seine Ansprache wurde übersetzt von Dolmetscherin Natalia Dalekorey. Neben Tassen und T-Shirts für die Wehrmänner gab es mehrere ukrainische und slowenische Feuerlöscher, verbunden mit dem Wunsch, diese ins Museum zu bringen. „Auf dass sie nie benutzt werden“ so Laba. Nach der offiziellen Schlüsselübergaben konnte dann das Fest starten, bei welchem die Gäste bei Speis und Trank und bestens unterhalten durch den Musikverein Liggersdorf den Tag verbrachten.

Flohmarkt auf der Empore der Halle

Großzügige Gesten gab es viele. Nicht nur, dass die Gemeinde das alte Fahrzeug verschenkte, sondern auch dass von jeder getrunken Tasse Kaffee Flohmarkt 50 Cent an die Kräfte des Einsatzkräfte-Nachsorge-Teams gespendet wurde. Gesamt- und Abteilungskommandant Markus Riffler betonte es in seiner kurzen Begrüßung: „Wir sind froh, daßes Euch gibt und wollen damit etwas zurückgeben.“

Dass den Mühlinger Wehrmännern sehr viel an ihrer Gemeinde liegt, zeigte auch der große Flohmarkt auf der Empore der Halle während des gesamten Tages. Auch hier wechselte manch nicht mehr Benötigtes oder Ausgemustertes den Besitzer.