Urlaub nehmen und 1300 Kilometer in die Ukraine fahren, um einen Sprinter an die Gemeinde Kamyanytza/Transkarpatien zu spenden? Viktor Krieger aus Mühlingen macht das. Der Vorsitzende des Vereins Hilfe für Menschen in der Ukraine sagt: "Die Menschen sind sehr arm und darauf angewiesen, dass ihnen jemand hilft." Seit 2002 gibt es den Verein, inzwischen leistet er vor allem Hilfe für Selbsthilfe. Dafür muss in diesem Fall ein ausreichend großes Auto her: Der Kindergarten in Kamyanytza fährt bisher mit einem kleinen Wagen vier bis fünf Mal pro Tag in die Stadt. Künftig lässt sich alles mit einer Fahrt erledigen. Das Fahrzeug soll der gesamten Gemeinde zugute kommen, auch den Sportvereinen. Am 6. Februar plant Krieger mit seiner Frau Valerie sowie Markus Auer und dessen Sohn die Abfahrt von Mühlingen, eine Woche lang wollen sie dann vor Ort sein.

Der Kindergarten der ukrainischen Gemeinde mit 127 Plätzen und angegliederter Grundschule beschäftigt den Verein bereits seit mehreren Jahren, bisher wurde eine Heizung gespendet und beim Einbau geholfen. Für die bisherigen Kosten einer Jahresration Gas kann man dort nun fünf Jahre lang mit Holz heizen. Auch die Sanierung des Daches hat der Verein in die Hand genommen. Auf die Projekte kämen sie durch Mundpropaganda, mögliche Spendenziele würden dann genauer betrachtet und besprochen.

"Wir haben insgesamt schon 960 Tonnen an Material hingebracht", erzählt Viktor Krieger. Damit hätten sie zur Rettung einiger Krankenhäuser, Sozialstationen, Schulen und Waisenhäusern beigetragen. Denn in der Ukraine gebe es damals wie heute sehr viele arme Menschen. Seit 1992 engagiert Krieger sich für das osteuropäische Land, damals begleitete er nach eigener Aussage einen Rotkreuz-Transport und lernte später einen Mann kennen, der ihm von der großen Armut berichtete. 2002 gründete Krieger den Verein mit Sitz in Mühlingen, aktuell bringen sich 77 Mitglieder ein. Nächste Hauptversammlung ist am 14. April.

Markus Auer und sein Team sind laut Krieger auf den Verein zugekommen und haben die Spende des Fahrzeugs angeboten. "Wir waren natürlich begeistert", sagt Krieger. Bei dem Transport werden neben Essen und Kleidung auch Spenden des Krankenhauses Stockach in die Ukraine gebracht. Dabei handelt es sich um einen OP-Tisch, chirurgische Instrumenten und Bekleidung für Ärzte sowie Pflegepersonal. Was für die aktuelle Spendenaktion noch fehlt, ist unter anderem Geld für die Überführung des Fahrzeugs, etwa für Benzin. Wer "Spende" und seine Adresse auf der Überweisung vermerkt, erhält eine Spendenbescheinigung.

Spenden an IBAN: DE42 6925 0035 0006 0430 46 mit BIC SOLADES1SNG.