Dem Himmel danken sollten die Besucher des Mühlinger Ostertheaters vielleicht gleich schon einmal vorab, wenn sie für eine der Aufführungen überhaupt noch Karten erhalten haben. Denn der Vorverkauf am 17. März wurde bereits sehr gut angenommen worden und auch Regina Keller, die alljährlich den Vorverkauf per Telefon für die Theatergruppe übernimmt, hat bereits viele Kartenwünsche erfüllt.

Cordula Romahn freut dies sehr, so wird auch den Spielerinnen und Spielern noch einmal verdeutlicht, wie sehr die Mühlinger ihren Auftritt herbeisehnen und ihre Arbeit in den vielen Wochen und Monaten der Vorbereitung wertschätzen. Sie selbst schätzt besonders, was ihre Theaterkollegen so alles an Opfern auf sich nehmen, um schon längere Zeit vor den Aufführungen wöchentlich mehrmals auf der Bühne in der Mühlinger Schlossbühlhalle zu proben. Zwei Mitglieder der Gruppe kommen aus Tuttlingen, eine Spielerin aus dem benachbarten Boll, und zu guter Letzt ein Spieler aus Bodman. Alle haben familiäre Verbundenheiten zur Theatergruppe oder wohnten einst in Mühlingen.

In diesem Jahr spielt das Stück im Mühlinger Pfarrhaus. Fast so, als wäre es für Gallmannsweil geschrieben, geht es um die Kirchenrenovation und deren hohe Kosten, welche der Pfarrer (gespielt von Reinhard Traber) durch Kartenspiele und weitere Aktionen finanzieren möchte. Eine eifrige Kirchengemeinderatsvorsitzende, ein falscher Domkapitular und kulinarische Geheimwaffen wie Beerenmost und Leber sorgen für turbulente Unterhaltung, welche sicherlich die Besucher begeistern wird.

In den letzten Tagen vor dem großen Auftrittswochenende wird nun mit einem strengen Blick auf viele Details in der fertigen Kulisse zwischen Heiligenbildern, Stühlen und Schränken geprobt. Immer wieder gibt es Szenen, in welchen einer der Spieler einfach zu spät in den Raum tritt oder auch einmal von Regisseurin Cordula Rohman die Frage gestellt wird: "Kommst Du hier wirklich in der Sportvereinsjacke?", denn sie legt viel Wert darauf, dass alle Feinheiten stimmig sind. Eigentlich ist es ganz einfach, erläutert Cordula Romahn: "Niemand zieht sich dreimal an einem Tag um, wenn er nur aus dem Haus geht, um arbeiten zu gehen, dazwischen noch einmal in den Raum kommt, um einen vergessenen Schlüssel zu holen und dann am Ende des Tages wieder nach Hause kommt." Kostümwechsel zwischen solchen Auftritten mögen vielleicht nett fürs Auge sein, werfen aber die Frage beim Besucher auf: "Habe ich etwas verpasst?" Beispielsweise, wenn eine adrett gekleidete Frau den Raum verlässt, in Jogginghosen wieder hereinkommt und am Schluss im bunten Sommerkleid mit Hut wieder erscheint.

Vieles ist den Mühlinger Laienspielern wichtig. Auch eine wirklich mit viel Mühe und Blick fürs Detail eingerichtete Bühne. Hier kommt in diesem Jahr wieder Malermeister Markus Romahn voll zum Zug. Eigentlich sammelt er stets Dinge, welche man noch einmal für die Dekoration der Bühne brauchen kann. Sein Fundus scheint unerschöpflich und die meisten Dinge haben eine Geschichte. So finden sich in diesem Jahr wieder ein altes Kreuz des verstorbenen Pfarrers Dezenter aus Gallmannsweil oder die alten Holzzierelemente von Beichtstühlen im Bühnenbild, liebevoll und mit viel Gefühl für den richtigen Standort platziert.

 

Hier gibt’s Karten

Karten für das Mühlinger Ostertheater gibt es aktuell noch für die Aufführungen am Ostersonntag, 1. April, und Ostermontag 2. April. Die Aufführungen beginnen jeweils um 20 Uhr, Einlass ist bereits ab 19 Uhr. Wer noch keine Karten hat, sollte schnell sein, denn der Sonntag ist bereits fast ausverkauft. Das Kartentelefon ist unter (0 77 75) 92 02 41 täglich von 18 bis 20 Uhr erreichbar. Kartenreservierungen sind bis einschließlich Karfreitag möglich, danach sind Karten nur noch an der Abendkasse erhältlich.