Beim diesjährigen Jahreskonzert des Mühlinger Musikvereins am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages war die Spannweite der dargebotenen Stücke recht groß. Sie reichte von den schmelzenden Gletschern der Alpen im Rahmen der Klimaerwärmung bis hin zu solistischen Streifzügen. Es gab Solodarbietungen im Jugend- sowie Hauptorchester und nicht zuletzt die jedes Jahreskonzert beschließenden Klänge von "Stille Nacht".

Der Konzertabend war alles andere als still, denn bereits beim Auftritt der Jungmusik Mühlingen-Zoznegg zeigte sich, was sich hinter gekonnt eingesetzter Dynamik am Musikinstrument an Wirkung erreichen lässt. Mit sicherer Führung durch ihren Dirigenten Mathias Romahn boten sie ein zauberhaftes Arrangement der Filmmusik aus Disneys Film "Die Eiskönigin". In der Mühlinger Schloßbühlhalle eroberten die jungen Musiker damit das Publikum und bekamen kräftigen Applaus. Bei "Purple Rain" von Prince spielten die Jungmusike, Madleen Reutebuch trat mit ihrem Saxophon als Solistin ins Rampenlicht und wurde mit Zugaberufen bedacht. Mit einem Arrangement rund um "Harry Potter und den Feuerkelch" verabschiedeten sich die Jungmusiker von der Bühne.

Dramatische Stellen fesselten die Zuhörer und mit fließenden Übergängen hin in eine verträumte Walzerpassagen zeigten sie erneut, welche Wirkung sie in kleiner Besetzung mit Dynamik erreichen können. "Klein aber Oho", sagte auch der erste Vorsitzende des Musikverein Mühlingen, Markus Romahn, über den Auftritt des musikalischen Nachwuchses.

Nach einer kurzen Umbauphase ging es dann weiter mit dem Auftritt des Musikvereins, der bereits mit großer Spannung vom Publikum erwartet wurde. Mit der Auftragskompositon "Salemonia" aus dem Jahr 2008, in dem Kurt Gäble den Salemer Musikvereinen einst dieses Stück auf den Leib schneiderte, eröffnete Dirigent Tobias Häusler diesen Teil des Abends beschwingt mit einem Konzertmarsch. Der Ideenreichtum der Zuhörer war beim nächsten Stück gefordert, denn Mathias Romahn dirigierte das Stück "Lebuinus ex daventria". Unzählige Harmonie und Taktwechsel forderten dem Dirigenten sowie der gesamten Kapelle vieles ab. "Der Tag des Mönches" wurde in rund 12 Minuten mit Vogelgezwitscher, mittelalterlichem Blockflötenspiel, chorischem Gesang in Latein und vielem mehr auf musikalisch höchstem Nivaeu zu Gehör gebracht.

Nach einer Pause ging es dann wieder in vertraute klangliche Welten. Georg Hofer verzauberte Zuhörer mit seinem vollen Ton seiner Trompete, swingend und beschwingt. Beim Stück "Schmelzende Riesen" zeigten die Musiker mit hohem Tempo, stillen Passagen und hohem Tempo, wie dringlich das Thema Klimawandel wirklich ist. Die Darbietung der Polka "Junge Tenöre" mit Katrin Häusler und Günter Wegmann als Solisten sorgte wiederum für Zugabeforderungen. Das letzte Stück "Mallet Man", bei dem Pascal Hofer am Xylophon wieder in Schnelligkeit und Treffsicherkeit zu bewundern war, glanzvoller Abschluss. Auch er durfte die Bühne nicht ohne eine Zugabe verlassen.

Moderation und Dank

Durch das Programm des Konzertabends führten Sonja Futterknecht und Markus Wegmann. Auch die Stücke der Jugendmusik wurden mit erklärenden Stückbeschreibungen durch Mathias Auer und Vinzenz Will-Puga dem Publikum angesagt. Beim diesjährigen Wunschkonzert wurden wieder vorab Eintrittskarten gegen die Benennung eines Titels aus dem am Konzertabend dargebotenen Stücks verkauft. Vor jedem Stück wurden dann die jeweiligen Personen, die sich das Stück gewünscht haben, öffentlich verlesen. Markus Romahn als erster Vorsitzender freute sich sehr über eine in diesem Jahr volle Halle, und dankte nicht nur den Besucher, die nicht nur aus Mühlingen, sondern auch aus vielen umliegenden Ortschaften gekommen waren. (ich)