Blaulicht und Martinshorn? Diese waren jüngst in Zoznegg kein Ernstfall, sondern das Signal für die angesetzte Übung der Feuerwehrabteilungen. Das Übungsobjekt war das große Anwesen der Familie Kempter in der Hohenfelserstraße. Neben einem stattlichen Wohnhaus mit angebauter Garage gibt es auch einen großen Stall und Ökonomiegebäudekomplex.

Die Übungsannahme bei der Alarmierung war der Brand einer Scheune mit vermutlich vier vermissten Personen. So war es auch erforderlich, dass sich nicht nur die eigene Wehr des Teilortes Zoznegg zum Einsatzort aufmachte. Um genügend Atemschutzträger zur Menschenrettung zur Verfügung zu haben, war die gleichzeitige Alarmierung der Kameraden aus Mühlingen notwendig.

Bei der Feuerwehrübung in Zoznegg gab es einige Zuschauer (Hintergrund). Bild: Doris Eichkorn
Bei der Feuerwehrübung in Zoznegg gab es einige Zuschauer (Hintergrund). Bild: Doris Eichkorn

Die vier vermissten Kinder wurden mit Hilfe der eingesetzten Wärmebildkameras auch sehr zügig gerettet und konnten nach deren medizinischer Erstversorgung an den Rettungsdienst übergeben werden.

Lob für gute Zusammenarbeit

Darüber dass alles nur eine Übung war, zeigten sich alle am Ort des Geschehens eingetroffenen Personen mehr als glücklich – nicht nur die Wehrmänner, die immer wieder auch gemeinsam proben und hierfür ein Lob erhielten. Mainwangens Abteilungskommandant Thomas Schulz sprach dies ebenso als äußerst wichtige Maßnahme bei der Übungsbesprechung im Anschluss an. Für die sehr gute Zusammenarbeit der Wehrmänner gab es deshalb von ihm ein Lob.

Während der Übung hatte Schulz als Außenstehender Beobachter mit scharfem Blick alle Handlungsabläufe genaustens verfolgt: die Sicherung des Einsatzortes in Bezug auf den Straßenverkehr, der Aufbau der Löschwasserversorgung vom Hydranten und die Betreuung der Verletzten und Geretteten.

„Im Ernstfall ist die geografische Lage und die Nähe zu den umliegenden Gebäuden in der Ortslage eine große Herausforderung“, so Markus Traber, der als Vertreter der Abteilung Mühlingen mit an der Übung teilnahm. Die Versorgung der geretteten Kinder war aus seiner Sicht sehr gut, denn man bilde sich jährlich dank guter Zusammenarbeit gerade auch in diesem Themenfeld weiter, so sein Fazit zu diesem Übungsteil.

Kinder der Jugendfeuerwehr schauspielern

Birgit Bettini aus Zoznegg war ebenfalls ein Teil im ganzen Übungsablauf. Zwei ihrer Kinder als Mitglieder der Jugendfeuerwehr spielten Vermisste und Verletzte. Sie selbst war nicht nur als Mime aktiv, sondern sorgte mit Farbe und Schwamm, Pinsel und ihrem Wissen für realistisch erscheinende Verbrennungswunden oder eine Wunde am Kopf.

Bei den Kindern am Sammelplatz der Verletzten sprachen ein Wehrmann und Mühlingens Abteilungskommandant Markus Riffler kurz über eine Herausforderung bei der Übung. „Eine Mutter aufzuhalten, welche das Leben ihres Kindes in Gefahr sieht, dafür braucht man unendliche Kräfte“, so Riffler. „Hierfür reicht in der Regel ein Mann nicht und auch diese Erfahrung zu machen, erachte ich als sehr wichtig bei solch einer Übung.“