Die Ausschreibung der Erweiterung der Straßenbeleuchtung auf den Geh- und Radwegstücken zwischen Mühlingen, Mainwangen und Gallmannsweil war Thema in der jüngsten Ratssitzung. Aus Sicht von Bürgermeisters Manfred Jüppner handelte es sich eher um eine klare Angelegenheit, da bereits im vergangenen Jahr zwei weitere kleinere Teilabschnitte mit neuen Leuchten ausgestattet worden waren. Deshalb sollte nun auch in diesem Bereich die vor zwei Jahren geplante Strecke nun auch in Angriff genommen werden.

Kritik an den Plänen

Gemeinderat Peter Kible erinnerte sich daran, dass bereits Leerrohre hierfür bei den Arbeiten für das gemeindeeigene Glasfasernetz mitverlegt worden seien. Gemeinderat Reinhold Stroppel meldete sich ebenfalls deutlich zu Wort. „Ich finde es unmöglich. Diese Ausleuchtung ist übertrieben, nicht notwendig und überzogen und sicher nicht im Sinne von Greta Thunberg„, sagte er. Stroppel wollte wissen, wieviel denn auf diesen Strecken nachts gelaufen werde.

Bürgermeister Manfred Jüppner argumentierte mit dem tagtäglichen Blick aus dem Rathausbüro vom Schreibtisch aus: „Es wird schon viel gelaufen, zudem gibt es auch viele, die abends von anderen unbemerkt dort unterwegs sind.“

Er machte kein Geheimnis daraus, dass er zu 100 Prozent hinter dem Projekt stehe. Er versuchte auch die kritisch gestimmten Räte mittels der Verdoppelung der Lichtpunktabstände zu einer positiven Entscheidung zu bewegen. Auch Mühlingens Ortsvorsteher Markus Traber war einer der sich gegen eine „Lichtstraße“, wie es Gemeinderätin Sonja Futterknecht bildlich in der Diskussion fasste, aussprach. Er wies auf die aktuelle Diskussion rund um das Thema „Pro Biene“ hin, bei welcher in Baden-Württemberg gerade viele Themen rund um Artenvielfalt, Insekten und deren Schutz beackert würden. Hier habe sogar der Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der dieses Volksbegehren als in der angestrebten Form als nicht umsetzbar bezeichne, in seinem Eckpunktepapier unter anderem den Wunsch geäußert, man solle Lichtverschmutzung eindämmen, um dem Insektensterben nicht weiter noch zuträglich zu sein.

Ja bei vier Gegenstimmen

Diskutiert wurde viel und kräftig, aber neben Bürgermeister Manfred Jüppner sprach sich auch Gemeinderat Thomas Fecht deutlich für ein Mehr an Lebensqualität aus, wie er es bezeichnete. Bei der Abstimmung blieben letztlich vier Gemeinderäte, die sich von zu enormen Kosten in der Verhältnismäßigkeit zur Wegstrecke und deren Benutzung sprachen, ihrer Linie treu. Die Mehrheit stimmte zu. Die beiden Teilabschnitte werden auf der Strecke Mühlingen-Mainwangen mit 100 000 Euro und bei der Weiterführung bis nach Gallmannsweil dann bei rund 120 000 Euro liegen.

Meinungen der Bürger

Auch aus den Reihen der anwesenden Zuhörer kam zum Ende der Sitzung in der Bürgerfragestunde zwei Fragen zu diesem Tagesordnungspunkt. Ein Zuhörer wollte wissen, ob denn der Deckel nicht mehr auf die Gemeindeschatulle passe, dass man so einfach für einen kleinen Personenkreis der Bürger, welche diese Teilstrecke benutzen, so enorm ausleuchte. Als Besucher, der immer wieder in den Sitzungen des Ortsschafts und Gemeinderates sei, und sich mit den Themen rund um das Dorf und in der Gemeinde befasse, habe er nicht den Eindruck, dass wenige Bürger diese Entscheidung befürworten würden.

Der zweite Zuhörer empfahl im Falle der neuen Planung die Lampen nicht so hoch zu installieren wie die Leuchten zwischen Mühlingen und Mühlweiler. Diese seien viel zu hoch angebracht, so sein Hinweis, welchen Bürgermeister Jüppner mit dem Verweis auf eine entsprechende Fachplanung durch entsprechende Ingenieure zu entkräften versuchte.

Lampen und Kosten

Die Projektplanung für den Streckenabschnitt zwischen Mühlingen und Mainwangen sieht 24 Siteco Leuchten, des Typs SL 10 vor. Die Lichtpunkthöhe beträgt 6,3 Meter. Die Projektplanung liegt in den Händen der Netze BW, der Plan stammt aus dem Jahr 2017. Zu Beginn wurden von den weiteren Lücken im Beleuchtungsnetz der Gemeinde geschlossen, bei welchen wie in Hecheln kein Gehweg vorhanden, jedoch die Zahl der Kinder, die morgens zu Fuß zum Schulbus laufen, sehr hoch ist. Danach folgte in der Priorisierung die Beleuchtung vom Dorf Zoznegg zum Clubheim des FC, denn auch hier werde die Strecke viel von Kindern zum Training und zurück ebenso von Fußgängern genutzt.