Eine Belebung der Ablachtalbahn wird derzeit von vielen Seiten gewünscht und unterstützt. Und auch bei einem weiteren Projekt, das unmittelbar mit der Strecke zwischen Stockach und Mengen zu tun hat, gibt es Neuigkeiten. Auf dem Bahnhofsareal im Mühlinger Ortsteil Schwackenreute hat die Eigentümerfamilie Bohnacker große Pläne. Dabei geht es nicht nur um Übernachtungsmöglichkeiten im Campingbereich, sondern auch eine Pflegeeinrichtung für Senioren soll dort eventuell entstehen.

Der Mühlinger Gemeinderat hat jedenfalls schon einstimmig den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan auf dem Gebiet gefasst. Der Aufstellungsbeschluss gilt für das gesamte Gebiet mit 19,3 Hektar, welches sich über drei Gemarkungen und nicht weniger als 18 Flurstücke erstreckt.

Gemeinderat bringt Bebauungsplan einstimmig auf den Weg

Die erste Vorstellung der Pläne fand bereits im Januar 2018 statt. Bürgermeister Manfred Jüppner erläuterte für die Zuhörer und Gemeinderäte, weshalb nun mehr als ein Jahr vergangen war. Am geplanten Standort seien viele Berührungspunkte mit Natur und Umweltschutz, ebenso müsse für das im Verfahren vorgeschriebene Umweltgutachten ein Jahr lang alle Tiere und deren Vorkommen dokumentiert werden. Deborah Graf, Landschaftsplanerin beim Überlinger Büro Planstatt Senner, beantwortete noch einige Fragen aus dem Gremium.

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Dabei stand insbesondere auch die Reaktivierung der Ablachtalbahn im Mittelpunkt, welche von vielen Menschen verstärkt gefordert wird. Die neu gewählte Gemeinderätin Sonja Futterknecht fragte gezielt nach: „Würde es von den Investoren denn auch unterstützt werden, wenn der Zug durchfahren würde?“ Deborah Graf signalisierte Zustimmung, sprach jedoch auch die aktuellen Probleme durch den Biber in Fahrtrichtung Meßkirch an.

„Nach Stockach ginge die Aktivierung schneller, in Fahrtrichtung Mengen gibt es ein Problem mit dem Biber, hier müsste zuerst der Bahndamm ertüchtigt werden“, so Graf. Ulrich Bohnacker ist auch Geschäftsführer der Ablachtalbahn GmbH, der die Strecke gehört. Allerdings gibt es Verkaufsabsichten.

Gemeinderäte zeigen sich aufgeschlossen

Das Gremium zeigte sich aufgeschlossen gegenüber dem Projekt, wies jedoch auf das für Jedermann offene, angrenzende Naturschutzgebiet hin. „Hier muss sicherlich über ein Personenlenkungskonzept nachgedacht werden“, so Graf. Gemeinderat Christoph Auer wollte wissen, wie Natur-Ausgleichsmaßnahmen aussehen könnten. Der Ausgleich könne auf der Fläche selbst erbracht werden, so die Planerin. So könne es etwa am begradigten Schnäbelesgraben eine Renaturierung zurück in eine natürlichere Fließform geben.

Gemeinderat Edgar Speck begrüßte das Vorhaben, zweifelte jedoch, ob ein Pflegeheim in die Konzeption passt. Hier verwies Graf auf erhobenen Bedarf von stationären wie ambulanten Formen. Außerdem sei einiges an Infrastruktur geplant.