Die im Jahr 2001 in Kraft getretene Eigenkontrollverordnung zwingt die Gemeinden in Baden-Württemberg, ihre Kanalsysteme regelmäßig zu Inspektion und Sanierung im Auge zu behalten. So stand auch das Kanalnetz der Gemeinde Mühlingen in den Jahren 2015 und 2016 unter Beobachtung. Eike Reckmann vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Owingen stellte dem Gemeinderat die Ergebnisse der Kamerabefahrung vor.

Zuerst wurden die gesamten Kanäle der Gemeinde in allen Ortsteilen befahren, der Mitarbeiter vor Ort habe eine Vorbewertung abgegeben, auf welche hin die Fachplaner des Büros die Filme nochmals heranzogen und die Schäden in unterschiedliche Klassen eingeteilt haben. Die Stellen, bei welchen dringend Handlungsbedarf bestehe, zeigte er in einer Präsentation. Insgesamt wurden 11,5 Kilometer Kanalnetz befahren. In den dringlichst eingestuften Klassen vier müssen 900 Meter und in der Klasse fünf 200 Meter des Kanalsystems saniert werden. Die Sanierung soll anhand einer Zusammenstellung mit allen Schäden baldmöglichst ausgeschrieben werden.

Das gesamte Paket, bei welchem die Tiefbauarbeiten getrennt von der Kanalsanierung ausgeschrieben werden sollen, wird rund 250 000 Euro kosten. Gemeinderat Stefan Schilling schlug vor, eine baldige Ausschreibung mit einem weiter gefassten Zeitrahmen zu verbinden, um auch wirklich wirtschaftlich gute Angebote zu erhalten. Hier stimmte der Ingenieur zu und riet der Gemeindeverwaltung, dem Vorschlag zu folgen und die Investition auf zwei Haushaltsjahre zu verteilen. Bürgermeister Manfred Jüppner war ebenfalls für diese Methode, da im aktuellen Haushalt nur 50 000 Euro für die Sanierung von Kanalstrecken eingestellt worden seien. Die Schäden in den einzelnen Ortsteilen sind sehr unterschiedlich. Die Reparaturen werden möglichst an der Innenseite der Kanäle vorgenommen, nur in einigen Fällen werde man einen Graben öffnen.