Es war ein Freudentag, als die Gallmannsweiler mit einem Gottesdienst das Ende der Renovation der Pfarrkirche St. Barbara feierten. Auch die treuen Kirchenbesucher anderer Ortsteile konnten sich am Sonntag wieder von den wundervollen Altären und der ganz besonderen Atmosphäre der kleinen Dorfkirche verzaubern lassen. Pfarrer Hartwig-Michael Benz zelebrierte den Gottesdienst und der Kirchenchor Mühlingen-Gallmannsweil bereicherte ihn mit seinen Liedern. Organist Uwe Müller entlockte der Orgel strahlende und jubilierende Töne passend zum freudigen Anlass.

Auch einige Gäste waren zum Gottesdienst gekommen. Einer davon war der Radolfzeller Architekt Martin Frei, welcher bereits im Jahre 1985 eine Renovation der Gallmannsweiler Kirche begleitet hatte. Eigentlich, so betonte Frei, sah der Zeitrahmen um einiges sportlicher aus, aber fast keine Planung werde von Unvorhersehbarem verschont bleiben. So auch in Gallmannsweil. Nur handelte es sich nicht um Kleinigkeiten, sondern um ganz Elementares und durchaus auch große Zusatzvorhaben. In Zeiten der Hochkonjunktur in der Baubranche und fehlenden Personals verursachten diese auch zeitlich große Probleme. Neben der Erneuerung von Kanalstücken musste auch ein Giebel gesichert und ein Dach neu ausgesteift werden. Die anwesenden Handwerker wussten wohl nur zu gut, was Frei hiermit sagen wollte.

So sah es während der rund achtmonatigen Renovierungsarbeiten in der Gallmannsweiler Kirche St. Barbara aus.
So sah es während der rund achtmonatigen Renovierungsarbeiten in der Gallmannsweiler Kirche St. Barbara aus. | Bild: Architekt Frei

Auch die Nachbarn der Gallmannsweiler Pfarrkirche, Sylvia und Rolf Hummel, haben als Restauratoren tagtäglich mit dem Erhalt und der Restauration historischer Gotteshäuser zu tun. Sie selbst haben nach dem Erwerb des stark sanierungsbedürftigen Pfarrhauses in Gallmannsweil im Jahr 2005 mit dessen Renovation begonnen. Nun sind sie auch zu richtigen Nachbarn geworden, da sie selbst einen Teil des Schmuckstückes bewohnen.

Stehempfang wird ins Feuerwehrhaus verlegt

Aus Freude über die gelungene Renovation des Gotteshauses hatten sie gemeinsam mit den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates zu einem Stehempfang nach dem Gottesdienst eingeladen. Aber auch ihnen erging es nicht anders als dem Architekten. Denn bei geradezu winterlich anmutenden Temperaturen, starkem Wind und Regen zog auch Sylvia Hummel die Reißleine in ihrer Planung. Gemeinsam wurde der Stehempfang im schräg gegenüberliegenden Feuerwehrhaus ausgerichtet.

Der vom Architekten überreichte symbolische Hausschlüssel in Form eines Nußzopfes begeisterte ebenso wie die selbstgebackenen herzhaften Leckereien und die Kürbissuppe im Glas die Besucher des Empfangs. Bei den Gesprächen in trauter Runde lüftete der Architekt auch den Schleier, was bezüglich der noch fehlenden Kreuzwegstationen zu erwarten ist.