Mühlingen Dirigent reißt das Team mit

Mühlinger Musiker erfüllen Musikwünsche. Konzert mit eindrucksvollem Repertoire.

Wenn Wünsche in Erfüllung gehen, ist in Mühlingen wieder Weihnachtswunschkonzert. Musikerinnen und Musiker haben auf einen guten Konzertverlauf gehofft, der Vorsitzende sicherlich auf eine volle Halle, die Fußgänger auf eisfreie Gehwege und manch Besucher auf sein Lieblingsstück.

Für Letzteres gibt es ein festgelegtes Verfahren: Schon seit Wochen waren die Mitglieder unterwegs, um Wünsche in den Ortsteilen zu verkaufen. Wer einen Wunsch kauft, erhält automatisch eine Eintrittskarte zum Konzert und wird namentlich genannt – so das Prinzip des Konzerts. Zwischen acht und mehr als 50 Namen pro Stück wurden so den Zuhörern im Saal vermeldet, welche in großer Anzahl die Halle füllten.

Der Musikverein Mühlingen präsentierte sich unter ihrem Dirigenten Tobias Häusler in diesem Jahr überwiegend konzertant – allein die beiden Stücke zu Beginn zeigten, dass das Orchester den Geschmack des Publikums getroffen hatte. Es handelte sich dabei zunächst um den Graf-Zeppelin-Marsch, einem der bekanntesten Militärmärsche, welchen die Musiker in unwahrscheinlicher Dynamik darboten; aber auch mit der Katharinen-Polka von Kurt Gäble traf man ins Schwarze. Nur knapp vom Robbie-Williams-Medley auf Platz zwei verwiesen, war es ein Stück, welches das Orchester mit Temperament unter der feurigen Leitung des Dirigenten darbot.

Beim folgenden Stück mit dem Titel „Lichtblicke“ wollte der Komponist Hoffnung vermitteln – das erläuterte Markus Wegmann, der humorvoll durch das Programm führte.

Nicht zuletzt hatten wohl Dirigent und Musiker gleichermaßen gehofft, selbst am Konzertabend den entsprechenden Lichtblick zu haben – und offensichtlich wurde auch hier ein Wunsch erfüllt. Wenn auch in den Proben nicht immer alles harmonisch verlief, so wanderte das Motiv beim Konzert doch reibungslos durch die Register. Einmal ruhig fließend bis hin zu Fanfarenklängen, lauten Kampfszenen ähnelnden Stellen, welche sich nach Paukenschlägen dann aber wieder auflösten, war das Stück mit einigen Herausforderungen verbunden.

„Futuro 2000“, eine Ouvertüre in vier Sätzen, zeigte, was mit motivierten Musikern auch auf einer dörflichen Bühne zu machen ist. Beeindruckend das Tempo, exakt der Einsatz, Zwiegespräche zwischen den verschiedenen Registern, alles geleitet von einem Dirigenten, welcher seinen Musikerinnen und Musikern präzise Einsätze zuweist und die Dynamik in gebückter Haltung bis hin zu einer dröhnenden Passage in voller Größe mit weit ausladendem Dirigat anzeigt.

Nach der Ehrung verdienter Mitglieder durch Verband und Verein ging es dann in den zweiten Konzertteil, welcher manch eine Überraschung bereit hielt. Dazu gehörte ein kurzer Trailer zu den neuen Staffeln der amerikanischen Kultserie „Hawaii Five – O“, der angeblich in Mühlingen gedreht worden sein soll. Zu den Klängen des Musikvereins lief projeziert auf den Bühnenhintergrund der von Johanna Romahn produzierte Film, welcher für einige Lachsalven im Publikum sorgte. Beim Robbie-Williams-Medley fassten sie musikalische Hochkaräter in Klänge – ein gekonntes Manöver. Beispielsweise präsentierte Frank Schafheutle seinen Bass einmal von einer für viele unbekannten Art und Weise in einer unglaublichen Leichtigkeit und Beweglichkeit.

Zum Abschluss bot das Orchester nach einer Zugabe die Stücke „O du fröhliche“ und „Stille Nacht“ – sozusagen als Weihnachtsguetsle für ihr Publikum dar.

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