Auch noch Tage nach dem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Mühlhausen sind die Schäden an der Fassade unübersehbar. Schwarze Brand- und Rußflecken sind an der Hauswand zu sehen. Die Fenster in der Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen ist, und in der darüber sind gesprungen. Die Türe zum Treppenhaus steht offen, ebenso viele der Fenster – damit frische Luft in das Haus strömen und zumindest einen Teil des Rauchgeruches überdecken kann.

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Eine Bewohnerin aus der Straße „Im Rohmen“ berichtet aus der Brandnacht. Das Feuer sei sehr schnell ausgebrochen. „Überall im Treppenhaus war Rauch“ berichtet sie. Die beiden Verletzten, die nach dem Feuerwehreinsatz in ein Krankenhaus gebracht wurden, seien ihrer Aussage nach wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Zur Brandursache könne sie nichts sagen: „Da ermittelt die Polizei.“

Dicke Rauchschwaben hängen in der Luft: Die Feuerwehr Mühlhausen-Ehingen hat mit ihrem Einsatz Schlimmeres verhindert.
Dicke Rauchschwaben hängen in der Luft: Die Feuerwehr Mühlhausen-Ehingen hat mit ihrem Einsatz Schlimmeres verhindert. | Bild: Feuerwehr Mühlhausen-Ehingen

Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Konstanz bestätigt die Aussage der Anwohnerin. Zwar könne die Polizei aktuell keine näheren Angaben zum Gesundheitsstand der beiden Verletzten machen, aber: „Eine verletzte Person konnte am selben Tag, die zweite wenige später aus dem Krankenhaus entlassen werden.“ Nichts Neues gibt es hingegen zur Brandursache. „Zu der Brandursache können wir noch nichts sagen. Es wurde ein Sachverständiger beauftragt, die Ermittlungen dauern an“, heißt es in der Stellungnahme der Polizei weiter.

Bürgermeister lobt die Feuerwehr

Auch Bürgermeister Hans-Peter Lehmann war in der Brandnacht vor Ort, um sich ein Bild vom Schaden zu machen. Seiner Einschätzung nach handelte es sich bei dem Feuer um eines der schlimmeren in der Geschichte der Gemeinde. Zwei Wohnungen aus dem Sechs-Familien-Haus habe es „richtig erwischt“: „Es handelte es sich vor allem um einen sehr anspruchsvollen Einsatz für unsere Feuerwehr, denn es galt eine Person aus hoher Höhe zu retten“, sagt Lehmann.

Bürgermeister Hans-Peter Lehmann: „Es handelte es sich vor allem um einen sehr anspruchsvollen Einsatz für unsere Feuerwehr, denn es galt eine Person aus hoher Höhe zu retten.“
Bürgermeister Hans-Peter Lehmann: „Es handelte es sich vor allem um einen sehr anspruchsvollen Einsatz für unsere Feuerwehr, denn es galt eine Person aus hoher Höhe zu retten.“ | Bild: THOMAS WOEHRSTEIN

Der Bürgermeister lobt das schnelle Eingreifen der Rettungskräfte, die mit ihrem Einsatz Schlimmeres verhindert haben: „Da haben alle einen sauberen Job gemacht.“ Die erste Frage aller Beteiligten sei es gewesen, ob alle Bewohner in Sicherheit sind. Er habe noch vor Ort mit allen Bewohnern gesprochen.

Notunterbringung ist nicht nötig gewesen

Für Hans-Peter Lehmann sei es noch in der Brandnacht wichtig gewesen, den Bewohnern eine Unterbringung zu sichern. Die Gemeinde hätte diesbezüglich allerdings nicht aktiv werden müssen. Aber laut Lehmann hätte die Möglichkeit bestanden, die Bewohner des Hauses zur zwei bis drei Tage etwa im Bürgerhaus oder in der Mägdeberghalle unterzubringen. „Ich hatte den Generalschlüssel zu den gemeindeeigenen Gebäuden dabei. Dabei hätte es sich allerdings nur um eine temporäre Notunterbringung handeln können“, betont er. Eine weitere Möglichkeit wäre gewesen, eine der im Hegau zahlreichen Ferienwohnungen zu nutzen. „Wir haben in der aktuellen Nebensaison und durch Corona ohnehin die Situation, dass nicht alle Ferienwohnungen belegt sind“, so Lehmann weiter. Alle Bewohner seien allerdings privat untergekommen.

Große Solidarität in der Gemeinde

Auch die Gemeinde habe sich sehr solidarisch gezeigt, erläutert Lehmann. Ein Blick in die sozialen Medien verdeutlicht seine Aussage: Dort wurde noch am Sonntag zu Sachspenden in Form von Sachspenden oder Umzugskartons aufgerufen. „Die Bürger haben da toll reagiert und helfen, wo sie können“, sagt Lehmann.

Größter Einsatz seit dem Jahr 2015

Großeinsatz für die Feuerwehren: In der Nacht zum Sonntag, gegen 3.48 Uhr, ist laut Polizeibericht ein Wohnungsbrand in Mühlhausen in der Straße „Im Rohmen“ gemeldet worden. So erlebte der Feuerwehrkommandant von Mühlhausen-Ehingen, Oliver Drescher, den Einsatz.

  • Feuermelder rettet Leben: Laut Drescher handelte es sich bei dem Feuer vom Sonntag um das schlimmste seit dem ZG-Brand im Jahr 2015. Damals mussten keine Menschen gerettet werden. „Am Sonntag waren es zwei“, so Drescher. Als die Einsatzkräfte eintrafen, sei die Wohnung im Erdgeschoss bereits in Flammen gestanden und das Feuer habe auf die Wohnung darüber liegende übergegriffen. Das Treppenhaus sei voller Rauch gewesen. „Dort konnte niemand mehr flüchten“, sagt er. Laut Drescher haben wohl die Rauchmelder im Gebäude den Bewohnern das Leben gerettet. „Als ich ankam, waren diese noch immer zu hören“, sagt der Feuerwehrkommandant.
  • Perfekte Zusammenarbeit: 65 Einsatzkräfte waren am Sonntag im Einsatz. 45 aus Mühlhausen-Ehingen, zehn weitere aus Engen, der Rest waren Helfer des DRK und Polizeibeamte. Mit drei Angriffstrupps habe die Feuerwehr den Kampf gegen die Flammen aufgenommen. Laut Drescher habe man das Feuer zügig unter Kontrolle gebracht. „Die Zusammenarbeite aller Beteiligten war hervorragend“, lobt Drescher. (mgu)

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