Bis 2030 sollen mindestens 15 Prozent der Offenlandflächen des Landes Baden-Württemberg aus Biotopen bestehen. Umzusetzen haben das die Kommunen. Sie erhalten bei der Planung Unterstützung vom Landschaftserhaltungsverband (LEV). In Mühlhausen-Ehingen stellte Sven Gebhardt vom LEV im Gemeinderat das Projekt vor.

So soll die Doppelgemeinde zusammen mit Steißlingen, Volkertshausen und Aach einen Planungsraum bilden. Die Gesamtkosten werden auf 80.000 bis 100.000 Euro geschätzt, zehn Prozent davon müssen die Kommunen selbst tragen. Auf Mühlhausen-Ehingen entfällt ein Anteil von 2800 bis 3500 Euro.

Warum das Ganze?

Hintergrund für die Planungen sei, so Gebhardt, Artensterben und Artenrückgang, und damit soll die Biodiversität gefördert werden. „Dabei geht es nicht nur um den Erhalt vieler Arten“, so Gebhardt. „Mit vielen verschiedenen Lebensräumen erreichen wir auch einen größeren Genpool.“ Besiedelung, größere Ackerflächen und die Autobahn hätten etwa im Raum Mühlhausen-Ehingen zum Rückgang der Lebensräume geführt.

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In einem ersten Schritt, so der LEV-Mitarbeiter, soll die Struktur des Planungsgebiets auf Durchwanderbarkeit und Habitate (trocken, mittel, feucht, Gewässer) untersucht und anschließend gegebenenfalls Korridore gesetzt werden. „Natürlich versuchen wir, mit dem Bestand zu arbeiten“, so Gebhardt. Wichtig sei auch die enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Landwirten.

„Es geht um die Zukunft“

Vorteile für die Kommunen seien die Betreuung, Förderung und Datenerhebung. Zudem würden für die Biotope für Landwirte unattraktive Hanglagen genutzt. Bereits angelegte Biotope würden berücksichtigt: Hier kann die Gemeinde zum Beispiel mit dem Ehinger Ried punkten. Das „Ökopunkte sammeln“ solle aber nicht im Vordergrund stehen, fasste Bürgermeister Patrick Stärk zusammen: „Es geht um Nachhaltigkeit, Biodiversität und die Zukunft.“