Holle Rauser

Während im Zirkuszelt die Raubtiernummer bestaunt wird, halten drei Clowns ein Schwätzchen am Café-Wagen. Die Wild-West-Gruppe hat Pause und die Besucher vertreiben sich in der Tierschau die Zeit bis zur nächsten Vorstellung: Der Modell-Zirkus von Jean Carstens ist eine faszinierende Welt im Kleinen und ein Zuschauer-Magnet auf dem Gottmadinger Frühjahrsmarkt.

Zwischen den Artistenwagen bereitet sich die Wildwest-Gruppe auf ihren Auftritt vor.
Zwischen den Artistenwagen bereitet sich die Wildwest-Gruppe auf ihren Auftritt vor. | Bild: Holle Rauser

Dort zeigen die Modelleisenbahner und Modellbauer vom Verein Mühlhausen-Ehingen traditionell ihre Anlagen und Miniaturwelten. Carstens‘ „Big American Circus“ lebt von vielen Einflüssen.

Vorbild ist der „American Circus“ der italienischen Familie Togni. Deren Westernshows und die bunte Gestaltung in den US-Farben hat er aufgegriffen. Das Zwergflusspferd in der Tierschau geht auf den „Zirkus Fliegenpilz“ zurück, die Seehundschau auf „Valentinas Varieté“.

Auch exotische Tiere wie Schildkröten, Känguru, Seehund und Flusspferd sind in der Tierschau des „Big American Circus“ zuhause.
Auch exotische Tiere wie Schildkröten, Känguru, Seehund und Flusspferd sind in der Tierschau des „Big American Circus“ zuhause. | Bild: Holle Rauser

Vom Zirkus-Virus ist Jean Carstens schon lange angesteckt. „Mein erstes Zirkuserlebnis war der Zirkus Sarasani“, erzählt er. Auch hat er selbst schon bei Aufführungen mitgearbeitet, kennt viele Protagonisten der Zirkusszene. Der Schweizer Dompteur Rene Strickler spielt denn auch in seinem Miniaturzirkus eine Hauptrolle.

In detailreichen Szenen fängt Modellbauer Jean Carstens das Zirkusleben ein – auch hinter den Kulissen.
In detailreichen Szenen fängt Modellbauer Jean Carstens das Zirkusleben ein – auch hinter den Kulissen. | Bild: Holle Rauser

Seinen Zirkus-Kosmos in der Gottmadinger Feuerwache hat Carstens in mehreren Stunden aufgebaut, an dem Ensemble selbst werkelt er seit 2015. „Und ich bin noch nicht fertig“, lacht der Bastler.

Wagen für die Elefanten und Giraffen, Beleuchtung, verglaste Wagendächer und mehr stehen noch an. Die Figuren sind teilweise exklusiv für den Zirkus entstanden, etwa die Musiker, die die Vorstellungen in prächtig roter, goldbetresster Uniform begleiten.

Ein Blick in den Küchenwagen, in dem das Essen für die Artisten zubereitet wird.
Ein Blick in den Küchenwagen, in dem das Essen für die Artisten zubereitet wird. | Bild: Holle Rauser

Für die rund hundert Zirkusmitarbeiter gibt es auch Wohnwagen. Die fanden allerdings keinen Platz auf der Ausstellungsplattform. Wie im richtigen Leben stehen aber Trucks und Transportwagen am Rand der Anlage.

Rund um Zirkuswagen, Zelt und Zoo dreht Lokomotive Emma ihre Runde. Auch sie ist mehr als nur Beiwerk: Auf ihren angehängten Waggon können Besucher ihr Mobiltelefon stellen und eine Fahrt durch Jean Carstens Zirkuswelt filmen.