Die ZG Raiffeisen baut ihre Standorte in Mühlhausen-Ehingen weiter aus. Nachdem die ZG-Sparte Technik bereits im Mai einen millionen-schweren Erweiterungsbau auf den Weg gebracht hat, steht nun das nächste Millionen-Projekt an: Die ZG Raiffeisen baut ihre Aktivitäten im Agrarsektor am Gemischtstandort Mühlhausen erheblich aus.

Laut einer Pressemitteilung plant die Unternehmensgruppe mit Sitz in Karlsruhe Investitionen in Höhe von rund acht Millionen Euro, um im kommenden Jahr die erforderliche Infrastruktur zur Erfassung und Lagerung insbesondere von Bio-Getreide zu schaffen. Dafür macht die Baustoffniederlassung auf dem Areal Im Bleuelhag Platz frei. Was dies bedeutet? Der Bereich Baustoffe wird geschlossen. Die Entscheidung sei keinesfalls leicht gefallen, insbesondere, da die wirtschaftliche Entwicklung der Baustoffe-Niederlassung Mühlhausen absolut positiv verlaufen sei, betont ZG Raiffeisen-Vorstand Lukas Roßhart in einer Stellungnahme.

Was wird genau beim Agrar-Bereich gebaut?

Laut Marketing-Manager Oliver Adam plane ZG eine Biogetreideerfassungsanlage inklusive Trocknung, damit die Erfassung unabhängig und getrennt von konventioneller Ware erfolgen könne. Für Dinkel seien gleichzeitig eine Entspelzungs- und eine Pelletsproduktionsanlage vorgesehen. „Realisiert werden sollen Rundsilos mit einer Lagerkapazität um die 5000 Tonnen. Die konkreten Planungen werden aktuell durch einen auf Getreideanlagen spezialisierten Generalunternehmer vorangetrieben“, sagt er. Eine Inbetriebnahme sei für den Sommer 2023 vorgesehen.

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Aktuell würden laut Oliver Adam die Umbauarbeiten für die Mitarbeitenden des Geschäftsbereichs Agrar im bisherigen Baustoffbereich geplant. Gleichzeitig sollen die beiden Hallen mit einem Dach verbunden werden, sodass die Kommissionierung und die gesamten logistischen Abläufe trocken und witterungsabhängig bewältigt werden können. Der Raiffeisen Markt werde in das Gesamtkonzept von Agrar integriert.

Letzter Tag ist am 15. Oktober

Der letzte Tag, an dem der ZG-Bereich Baustoffe offen hat, ist der 15. Oktober. Die 13 dort Angestellten, sollen laut Presseinformation in den umliegenden Standorten untergebracht werden. „Alle Mitarbeitenden erhalten entsprechende Angebote“, betont die Geschäftsführung der ZG Raiffeisen Baustoffe, Udo Bohnerth und Ulrich Glück. Beide Geschäftsführer würden Mühlhausen ungern aufgeben. Mögliche Alternativen einer Standortverlegung und eines Neubaus seien zuletzt intensiv geprüft worden, seien jedoch wirtschaftlich nicht abbildbar.

Laut ZG habe die Entscheidung zur Umstrukturierung ebenfalls keinen Einfluss auf die ebenfalls im Bleuelhag angesiedelten ...
Laut ZG habe die Entscheidung zur Umstrukturierung ebenfalls keinen Einfluss auf die ebenfalls im Bleuelhag angesiedelten Niederlassungen der ZG Raiffeisen Technik und Märkte. Auch hier wird derzeit ein Erweiterungsbau gebaut. | Bild: Matthias Güntert

Obwohl beim ZG-Standort in Mühlhausen-Ehingen größere Veränderungsmaßnahmen bevorstehen, ein Umstand ist Bürgermeister Patrick Stärk besonders wichtig: „Der Standort bei uns in der Gemeinde steht nach Gesprächen mit dem ZG-Vorstand nicht zur Debatte.“ Dies würde zeigen, dass das Unternehmen erneut in den Standort investiere. Auch wenn dies bedeute, dass eine Sparte schließen müsse.

Zudem zeigte sich der Rathauschef der Hegauer Doppelgemeinde darüber erfreut, dass der Baumarkt nicht von der Schließung betroffen sei. „Mir wurde versichert, dass er auch nach der Erweiterung im neuen Gebäude erhalten bleibt“, so Stärk weiter. Dies sei gerade für private Handwerker ein wichtiges Signal.

Laut ZG habe die Entscheidung zur Umstrukturierung ebenfalls keinen Einfluss auf die ebenfalls im Bleuelhag angesiedelten Niederlassungen der ZG Raiffeisen Technik und Märkte. Die ZG Raiffeisen Technik hatte im April mit dem Neubau eines großen, hochmodernden Standorts begonnen.