Es waren düstere Aussichten, die Walter Jäger beschrieb. Der Konstanzer Forstamtsleiter gab im Gemeinderat Mühlhausen-Ehingen einen Überblick über den Waldzustand im Kreis.

Stürme, Trockenheit und Schädlinge

„Borkenkäfer und andere Schädlinge bestimmen die Waldwirtschaft“, so Jäger. Schon die Stürme 1990 und 2000 hätten Brutmaterial bereitgestellt. Einen neuen Schub habe die Käferpopulation ab 2014 erhalten. „Der extreme Anstieg ist auf die immer wärmeren Jahre zurückzuführen“, so Jäger. Das Zusammenspiel von Stürmen und Trockenheit beschleunige die Käferverbreitung und schwäche zugleich die Widerstandskraft der Bäume.

Wie Jäger weiter ausführte, sei ein planmäßiges Wirtschaften kaum möglich gewesen. Im ganzen Landkreis, aber auch bundesweit, werde überwiegend Schadholz aufgearbeitet. „Wir sind seit 2000 permanent über dem Einschlagsniveau“, so Jäger. Zugleich sei mit Holz nicht viel zu verdienen. „Die Preise haben sich zwar 2021 erholt, aber der Trend dreht schon wieder“, gab er zu bedenken.

Auch andere Baumarten bereiten den Förstern große Sorgen. Sie beobachten sterbende Buchen, kranke Eschen und Ahornbäume. Die Aussichten seien bedrückend. Der vergangene Sommer habe der Natur zwar gutgetan. Aber das Grundwasserniveau sei nicht wieder erreicht.

Kaum planmäßige Einschläge

Das Bild, das Jäger vom Wald malte, spiegelt sich auch im Forstbericht für den Mühlhauser Gemeindewald wieder. Wie Revierleiter Werner Hornstein berichtete, seien kaum planmäßige Einschläge vollzogen worden. Statt 1164 Festmeter Holz, wurden 1502 Festmeter geerntet, überwiegend kranke Bäume.

„Wir haben zudem Douglasien und weitere angepasste Baumarten gepflanzt“, berichtete Hornstein. Diese seien dank des feuchten Sommers gut angewachsen. Aber auch die Vegetation allgemein habe gewuchert. Intensive Kultursicherungsmaßnahmen und Schutz gegen Wildverbiss waren notwendig. Statt eines geplanten Verlusts von 700 Euro sei das Soll auf 32.000 Euro gestiegen. Durch vorgezogene Einschläge im Wasserburger Tal sowie Zuschüsse konnte dieses aber bis auf 1100 Euro ausgeglichen werden.

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Pflanzungen und planmäßige Einschläge sind auch im kommenden Jahr geplant. Und die Waldpädagogik will Hornstein weiter vorantreiben: Denn, so der Revierleiter: „Die kommende Generation soll noch eine intakte Umwelt erleben können.“