Bürgermeister Hans-Peter Lehmann ist unmissverständlich: „Wir brauchen in der Zeit nach Corona ein Instrument, um alle wieder zusammenzubringen“, erläuterte er in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats von Mühlhausen-Ehingen. Die Dörfer lägen im „Coronaschlaf“, und es werde eine „Riesenaufgabe„ (Lehmann), das soziale Miteinander wieder zu mobilisieren. Mit dem Projekt „Soziales Netzwerk mit Wohnen für Jung und Alt“ bewirbt sich die Gemeinde beim Förderprogramm Quartiersimpulse, das die Beratung und Umsetzung von Quartiersprojekten vor Ort unterstützt. Die ehrenamtlichen Akteure wie der Seniorenarbeitskreis und professionelle Begleiter wie der Caritas-Verband seien wichtige Partner. „Mit dem Bürgerbeteiligungsprozess sollen alle möglichen Altersschichten angesprochen werden“, so der Bürgermeister.

Die Einbeziehung der Bürger sei zwar bei diesem Projekt schon geschehen, gab Lehmann Gemeinderat Klaus Mühlherr recht. Aber nun könnten wieder neue Impulse und Ideen entstehen: „Und wir brauchen eine ‚Klammer‘ über dem Projekt, eine zentrale Koordination, damit es ein Erfolg wird.“ Die externe Beratung soll nach Wunsch der Verwaltung Isabell Martin vom Caritasverband Singen-Hegau übernehmen, die sich intensiv etwa mit neuen Wohnformen und Bürgerbeteiligung befasst. Bei einer Gesamtsumme für Personal- und Beratungskosten von 106.250 Euro wurde beim Förderprogramm ein Zuschuss von 85.000 Euro beantragt. „Wir können nicht alles ehrenamtlich machen“, erklärte Lehmann. Die vergangenen Quartiersprojekte mit Bürgerbeteiligung, nämlich Sozialraumstudie und Seniorenkonzeption, wurden von der Gemeinde selbst finanziert.

In den geplanten Bürgerdialogen für Mühlhausen-Ehingen sieht der Bürgermeister viel Potential: „Das wird eine gute Arbeit für die Zukunft, die alle wieder zusammenbringt.“ Mit einer Auftaktveranstaltung und über verschiedene Medien sollen die Bürger in Mühlhausen-Ehingen informiert werden. Workshops zu unterschiedlichen Schwerpunkten wie Mehrgenerationenwohnen, Begegnungsstätte oder Bürgergemeinschaft sollen stattfinden. Dabei übernimmt etwa der bestehende Arbeitskreis Senioren eine wichtige Rolle als Koordinator.

Das Förderprogramm des Landes soll die Einbeziehung der Bürger bei kommunalen Prozessen und Projekten unterstützen. Das Konzept wurde initiiert von der „Allianz für Beteiligung“, die sich für das Thema Partizipation einsetzt. Seit 2014/15 wird in der Gemeinde an dem sozialen Netzwerk und Wohnen im Alter gearbeitet. Es werden nachbarschaftliche Dienste konzipiert und aufgebaut sowie Begegnungsangebote entwickelt. Herzstück und Ziel ist dabei das geplante Wohnprojekt auf dem Alten Sportplatz-Areal mit Begegnungsstätte, Mehrgenerationenwohnen und Wohngemeinschaft.