Die Coupons für FFP2-Masken erreichen viele Menschen – manchmal auch die falschen, dabei können diese gar nichts dafür. Kürzlich mehrten sich in Deutschland die Meldungen von verwunderten Menschen, die obwohl sie nicht zur Risikogruppe zählen und auch noch keine 60 Jahre alt sind, ebenfalls Post von der Bundesregierung oder ihrer Krankenkasse bekommen haben. Zwei von ihnen sind Jenny und Mirko Ilgenstein. Beide sind Mitte 30, kerngesund und hatten Corona noch nicht.

Drei Briefe – das kann kein Fehler sein

Und dennoch lag vor wenigen Wochen Post aus Berlin in ihrem Briefkasten. Mit dabei: Ein Coupon für sechs FFP2-Masken, die für zwei Euro in der Apotheke zur Abholung bereitliegen. „Wir haben uns im ersten Moment schon gewundert“, sagt Jenny Ilgenstein. Zuerst sei der Brief der Bundesregierung an ihren Mann eingetroffen, kurze Zeit später ihr eigener von der Krankenkasse. „Wir haben zuerst wirklich an einen Irrläufer gedacht, aber als der zweite Brief dann auch eintraf, dachten wir, dass es eigentlich kein Fehler sein kann und offiziell ist“, so die 35-jährige Mutter weiter.

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Bestätigt wurden sie, als ihre jüngere Schwester wenige Tage später ebenfalls einen Coupon über sechs Masken im Briefkasten hatte. Dass wenige Tage zuvor das Tragen von medizinischen oder FFP2-Masken Pflicht wurde, tat sein Übriges. Kurzerhand gingen sie zur Apotheke und erhielten insgesamt zwölf Masken. „Der Apothekerin mussten wir außer dem Coupon und dem Ausweis nichts vorzeigen“, sagt sie.

Das sagt das Bundesgesundheitsministerium

Das Bundesgesundheitsministerium verweist auf SÜDKURIER-Anfrage darauf, dass am Stichtag 15. Dezember 2020 bei den Empfängern Hinweise auf Vorerkrankungen oder Risikofaktoren im Sinne einer Corona-Ansteckung vorzufinden seien. „Gehören Bezieher der Gutscheine aber nicht zu einer Risikogruppe, handelt es sich um Irrtümer“, so die Aussage des Ministeriums. Das Gesundheitsministerium sowie der Verband Gesetzlicher Krankenkassen teilen zudem mit, dass es keine klare Antwort darauf gebe, wie ein Patient herausfindet, ob er oder sie berechtigt ist oder die Zusendung der Gutscheine ein Versehen war. Eine klare Richtlinie oder Pflicht zu Rückgabe scheint es laut Bundesgesundheitsministerium nicht zu geben.

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Die Ilgensteins haben erst über Freunde von weiteren Pannen erfahren. „Als klar wurde, dass da was schiefgegangen sein muss, haben wir uns überlegt, was wir denn jetzt mit den Masken machen. Wir gehören ja nicht zur Risikogruppe“, berichtet Jenny Ilgenstein. Kurzerhand haben sie sich dazu entschieden, die Masken in ihrer Familie oder an ältere Menschen in der Nachbarschaft zu verteilen. „Uns stehen sie ja eigentlich nicht zu“, sagen die zwei Mühlhausen-Ehinger.