Mit Nadel und Faden nähen kommt auch heute noch an. Das zeigten die 20 Kinder im Ferienproramm der katholischen Frauengemeinschaft Mühlhausen. "Wir hatten eine Warteliste, es konnten gar nicht alle mitmachen", freute sich Inge Duffner über das große Interesse. Mehr als 20 Kinder hätten im Pfarrheim gar nicht Platz gehabt.

Mit Eifer gingen die Kinder ans Werk. Als einziger Junge war Flavio dabei, auch wenn er zuhause noch nie genäht hat. "Es ist nicht so einfach, den Faden durch das kleine Loch in der Nadel zu schieben", stellte der Achtjährige fest. Auch die Watte in die Beutel zu stopfen sei schwierig. Watte gab es genügend, sie wurde als Füllung für die Dekoration aus drei Einzelteilen gebraucht. "Wir machen gerade die Rose", sagte Anna-Lena, die den Bogen raus hatte. Die Fäden um den Wattebeutel zu zurren wurde dann schon schwieriger. Die Nähmaschine ratterte unentwegt, Carmen Hopf nähte die gefüllten Stoffteile zusammen. "Die Beutel dafür haben wir schon zuhause genäht, sonst hätten wir das in der Zeit gar nicht geschafft", erklärte sie. Die Auswahl der Stoffe und Zierfäden machte den Kindern sichtlich Spaß. Emilie näht gerne, weil man so schöne Sachen machen kann. Auch die Knöpfe wurden mit Bedacht ausgewählt. "Der passt nicht", stellte Lisa-Marie fest, was aber für Theresia Czerwonka als Helferin kein Problem darstellte: "Den machen wir passend", war ihre spontane Antwort. Ashley war im vergangenen Jahr schon dabei und verriet ganz stolz: "Ich will mal Modedesignerin werden."

Die Frauen legen sich auch sonst buchstäblich ins Zeug. Zu den Socken, die sie zuhause stricken, treffen sie sich einmal wöchentlich zum gemeinsamen Nähen. Ob Kinderschlafanzüge, Kuscheltiere, Schürzen oder Babyhosen, die Teile werden auf zwei Märkten verkauft. Der Erlös geht an den Verein Herzenskinder, der für kranke Kinder im Senegal Operationen ermöglicht. Im vergangenen Jahr hat die Frauengemeinschaft zirka 2500 Euro spenden können.