Die deutsch-französische Freundschaft braucht die kommunale Basis: "Vive Domène – Vive Mühlhausen-Ehingen" war der Tenor der Feier in der Mägdeberghalle aus Anlass der 20-jähringen Partnerschaft. Bürgermeister Hans-Peter Lehmann wünschte in der Übersetzung ein "Glück auf" an Domène und Mühlhausen-Ehingen für eine lebendige Partnerschaft in Frieden und Freiheit.

Auf Einladung der Gemeinde und des Deutsch-Französischen Vereins waren 30 Gäste aus der Partnerstadt und der stellvertretender Bürgermeister Chrystel Bayon am Freitagabend angereist, um gemeinsam die Partnerschaft zu feiern. Hans-Peter Lehmann blickte auf die Anfänge zurück und ging auf die momentane politische Situation ein. Die Lage sei heikel wie selten nach dem Zweiten Weltkrieg, die Krisen und Fliehkräfte würden zunehmen. "Darum tut es Not, heute die Einheit von Europa zu beschwören, auch wenn wir hierfür nur ein kleines Zeichen setzen", so der Appell des Bürgermeisters in seiner Begrüßung. Er hob hervor, dass die Kontakte nie nur auf Gemeinderäte und Bürgermeister beschränkt gewesen seien, Vereine und die Bürgerschaft hätten ebenfalls mitgewirkt.

Dafür sprach nicht zuletzt die herzliche Stimmung bei den französischen Gästen, ihren Gastfamilien und den Bürgern. Zur musikalischen Umrahmung trugen der Musikverein Mühlhausen und der Männergesangverein Mühlhausen-Ehingen bei, die Feuerwehr sorgte für die Bewirtung.

Auch Bürgermeister-Stellvertreter Chrystel Bayon erinnerte an die Kontakte Anfang der 90er Jahre, an die Annäherung und die Besiegelung der Partnerschaft 1997. "Uns verbindet dauerhafte und solide Freundschaft durch regelmäßige Besuche und gemeinsame Unternehmungen", hob Chrystel Bayon hervor, solche lebendigen Zusammenkünfte könnten zum Aufbau Europas beitragen. "Wir haben die Gelegenheit, dauerhafte Geschichte beider Gemeinden zu schreiben", sagte er und erntete dafür Applaus.

Unter den Gästen waren auch die Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger (Grüne) und der Bundestagsabgeordnete Andreas Jung (CDU). Andreas Jung sprach als Vorsitzender der deutsch-französischen Parlamentarier-Gruppe im Bundestag, die kontinuierlich Kontakte und den Austausch von Meinungen und Erfahrungen mit Abgeordneten und weiteren Vertretern aus Frankreich pflegt.

Für Andreas Jung sind die deutsch-französischen Partnerschaften der Motor Europas: "Paris, Berlin und im Moment auch Tallin sind wichtig, aber auch die Bürger" – wobei Lehmann und Bayon letztlich wichtiger wären als Merkel und Macron, denn dass die Freundschaft so gut gewachsen sei, liege nicht nur an der Politik. "Ein breites Netz an Partnerschaft und Freundschaft ist die Garantie, dass es so bleibt", sagte Andreas Jung. Durch Städtepartnerschafte werde die Basis für Europa gelegt, so ist er überzeugt. Die Schwierigkeiten will er dabei nicht ausgeblendet wissen, aber mit Emmanuel Macron als Frankreichs neuem Präsident würde sich der Kontinent in die richtige Richtung bewegen.

 

30 Franzosen im Hegau

Vor fast 30 Jahren haben die damaligen Bürgermeister Jean Perron-Bailly und Alfons Hable eine erste Verbindung zwischen den Kommunen Domène und Mühlhausen-Ehingen aufgebaut. 1997 begründeten die jetzigen Bürgermeister Michel Savin und Hans-Peter Lehmann dann offiziell die Städtepartnerschaft. Der erste Teil der Feierlichkeiten fand im Mai in Frankreich statt, bei der jetzigen Feier handelt es sich um den Gegenbesuch. Rund 30 Gäste aus Domène feierten dabei am Wochenende das 20ste Bestehen der Partnerschaft in der Hegau-Gemeinde. (ros)