Über 50 Bürger hatten sich im Rathaus eingefunden, um zur Bebauung des Beising-Areals Stellung zu nehmen. Bauherr und Architekt kamen aber gar nicht zu Wort. Der wegfallende Parkplatz wurde zum eigentlichen Thema.

Um alle Beteiligten auf den gleichen Wissensstand zu bringen, eröffnete Bürgermeister Hans-Peter Lehmann den Abend mit einer Rückschau. Seit 2011 bemüht sich die Gemeinde Mühlhausen-Ehingen, das Areal zu bebauen. Einen Investor hat man damals nicht gefunden. So wurde unter erheblicher Beteiligung der Bürger eine Senioren-Wohnanlage geplant.

Dann fand sich für dieses Vorhaben aber mit dem alten Sportplatz eine bessere, für Senioren auch günstigere Lage auf einer ebenen Fläche ohne Hanglagen. Das Gelände wurde neu ausgeschrieben und im Stockacher Unternehmen Haas fand sich ein Investor. Der Bauantrag für 26 Wohneinheiten in vier Häusern wurde vom Gemeinderat verabschiedet.

Anwohner kämpfen für Erhalt der Parkplätze

Teilweise hitzig, aber auf jeden Fall leidenschaftlich war nun die Diskussion im Ratssaal. Bei der Bürgeranhörung ging es eigentlich nur um die öffentlichen Parkplätze an der Schlossstraße. Die sollen weg. Als Verfechter für den Erhalt stellten sich in erster Linie die Anwohner heraus. Auch wenn auf dem zu bebauenden Gelände schon 1,7 Parkplätze je Wohnung erstellt werden (ein Parkplatz pro Wohneinheit ist nach der Landesbauordnung Pflicht), halten die Verfechter dies nicht für ausreichend. Eine von der Familie Brendle gegründete Interessengemeinschaft stellte sogar eine Petition ins Internet. Bisher stimmten 72 Personen aus Mühlhausen-Ehingen für den Erhalt der Plätze.

Aber nicht nur als Parkraum dürfe man den Platz sehen, er sei auch für die Kinder der gegenüberliegenden Schule als Sicherheitsaspekt zu sehen. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, nutzen ihn, um die Kinder aussteigen zu lassen. Die Diskussion weitete sich über die ganze Schlossstraße aus. Bei Bäckerei und Post gebe es gefährliche Situationen auf der Kreisstraße. Zugeparkte Garagen verschärften das Thema.

Lehrer argumentieren gegen Eltern-Taxis

Die neue Schulleiterin Christina Gnirss versuchte, die Lage im Bezug auf die Schule zu entspannen. Für die Entwicklung der Kinder seien die Schulwegerlebnisse wichtig, Kinder bräuchten nicht zur Schule gefahren zu werden. Außerdem sei der Weg über den Duchtlinger Steig zu den Parkplätzen oberhalb der Schule die bessere Alternative. Dem stimmte Gemeinderat Erich Folke zu, der lange als Lehrer an der Schule tätig war und sich besonders um die Schulwege zur Schule gekümmert hat.

Bürgermeister kündigt eine Parkbucht an

Bürgermeister Lehmann versicherte, dass die Meinungen und Anliegen der Bürger ernst genommen werden. So sei an der Stelle des jetzigen Parkplatzes eine sogenannte Kiss-and-ride-Bucht vorgesehen (Abgeleitet von Park and Ride, eine Parkbucht, um dem Kind einen Abschiedskuss zu geben). Bei der ab 2020 anstehenden Sanierung der Schlossstraße werde sich die Gemeinde um verkehrsentschärfende Maßnahmen bemühen. Die Rampen würden zur Schaffung von Parkraum überplant und auch oberhalb der Schule könne sich die Gemeinde eine Erweiterung der Parkmöglichkeiten vorstellen.