Überliefertes Erzählgut der Halbinsel Höri in alemannischer Mundart: Darum geht es im Hörbuch „Kachelofen Geschichten–Chachelofe-Gschichtle“, das Mike Lindauer produziert hat. Der Ur-Bankholzer ist Hörianer mit Leib und Seele und betreibt in Bankholzen das Tonstudio „Landei“-Produktion.

Das Hörbuch basiert auf dem letzes Jahr erschienenen gleichnamigen Buch, das die Donaueschinger Lehrerin Monika Wenger im Rahmen eines Schulprojekts geschaffen hatte. „Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, ein Buch mit Heimatbezug in alemannischer Mundart entstehen zu lassen“, erzählt Monika Wenger. „Am Bodensee wird reinstes Alemannisch gesprochen, so war uns schnell war klar, dass wir die Halbinsel Höri in den Mittelpunkt stellen wollen. Um die Mundart möglichst lebendig zu präsentieren, entstand zudem die Idee, überlieferte Kachelofengeschichten in Alemannisch zu erzählen.“

Die Geschichten werden mit passenden Geräuschen untermalt sowie mit alten Volksweisen ergänzt

In enger Zusammenarbeit mit Projektleiterin Monika Wenger schuf Mike Lindauer ein kreatives Werk, das weit über ein Hörbuch hinausgeht. „Die besten Idee entstehen beim Produzieren“, so Mike Lindauer. Zunächst war nur ein einziger Sprecher geplant, aber um das Hörbuch möglichst lebendig zu gestalten, werden die Geschichten nun von einer Vielzahl an Sprechern erzählt, mit passenden Geräuschen untermalt sowie mit alten Volksweisen ergänzt.

Erzählt werden Geschichten, die schon seit Generationen an Kachelöfen auf der Höri erzählt werden und den besonderen Charme der Dörfer und Bauernhöfe widerspiegeln. Die Geschichten reichen von Bohlingen, dem „Tor zur Höri„, über die mittlere Höri bis hin nach Öhningen und Schienen.

Als Gott des Malens müde geworden war

Zu hören ist auch die Geschichte, wie die Höri zu ihrem Namen kam: Gott formte zuerst liebevoll die weiche Kontur einer Halbinsel und tastete vorsichtig die Wölbung des Schienerbergs ab. Er legte grüne Wiesen unter die Wälder und bestückte diese mit bunten Blumen aller Art. Beinahe alle Farben seiner Palette verwendete der Herr für dieses Stück Land. Als er des Malens müde geworden war, schenkte er der Halbinsel noch die Höri-Bülle und rief voller Begeisterung in breitem alemannischem Dialekt „Etz höri uff!“.

„Nicht nur das Buch, sondern auch das Hörbuch ist mit viel Herzblut entstanden“, sagt Mike Lindauer. Ihm war klar, dass die Geschichten von echten Hörianern erzählt werden sollen. Auch die verschiedenen Nuancen der Mundart werden aufgegriffen, denn die Sprecher stammen aus allen Ecken der Höri. Zudem war es Monika Wenger und Mike Lindauer wichtig, auch die Schüler der Donaueschinger Realschule mit einzubeziehen, die bereits bei der Entstehung des Buchprojekts beteiligt waren. Einige der Schüler erzählen die Geschichten in Schriftdeutsch, denn alle Geschichten werden sowohl in Mundart als auch in Schriftdeutsch erzählt.

Gewinne der Verkaufsaktionen gehen vollständig an die Verkäufer

Es ist Monika Wenger ein besonderes Anliegen, dass – neben Radolfzeller Buchhandlungen und einigen regionalen Geschäften auf der Höri – auch Vereine, Schulen und gemeinnützige Einrichtungen das Hörbuch an ihre Kontakte und Mitglieder verkaufen können, um sie in dieser Krisenzeit, in der fast alle Einnahmen fehlen, zu unterstützen. Denn die Gewinne der Verkaufsaktionen gehen vollständig an die Verkäufer.