Die vergangenen zwei Tage dürften den Menschen in der Region vermutlich noch länger in Erinnerung bleiben. So viel Schnee wie jetzt hat es seit zwei Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Was für Wintersportler und Kinder ein echtes Vergnügen bedeutet, ist für andere harte Arbeit.

Vor allem Räumdienste haben aktuell alle Hände voll zu tun. Das gilt für die Kommunen genauso wie für den Landkreis und das Land. Für solche Ereignisse gibt es feste Pläne, die im Grunde genau vorgeben, in welcher Reihenfolge und Dringlichkeit die jeweiligen Straßen und Wege geräumt werden müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

Im Bauhof Moos, der für die kommunalen Straßen der Gemeinde zuständig ist, beginnt ein Arbeitstag, bei dem Schneefall droht, sehr früh. Einem der insgesamt acht Mitarbeiter des Bauhofes kommt dabei die Aufgabe zu, um vier Uhr in der Frühe abzuklären, ob ein Winterdienst notwendig sein wird. Ist das der Fall, gibt er einem weiteren Kollegen eine entsprechende Nachricht: „Um 4.30 Uhr trifft man sich dann am Bauhof, damit es spätestens um fünf Uhr losgehen kann“, berichtet Bauhofleiter Adrian Kofler.

Die beiden Mitarbeiter bereiten die zwei Fahrzeuge vor, die zum Einsatz kommen. In Moos sind das ein großes Multifunktionsfahrzeug, mit dem man idealerweise die Straßen freiräumen kann, und ein Traktor, der, genauso wie das Multifunktionsfahrzeug, mit einem Schneeschild und einem Salzstreuer ausgerüstet ist. Dieses zweite, kleinere Gefährt setzt man in Moos für kleinere Straßen, Geh- und Radwege ein.

Das notwendige Salz lagert im Bauhof Moos in Säcken, während es andernorts oftmals in Silos vorgehalten wird. Auch die Menge ist geringer als in vergleichbaren Gemeinden. Adrian Kofler begründet das mit dem normalerweise geringen Schneefall auf der vorderen Höri.

„Das ändert sich bereits ab Horn. Die mittlere und hintere Höri hat oftmals schon deutlich mehr Schnee als wir“, sagt er. Doch in diesem Winter kommt es auch in Moos ganz dick. Da kommen die Bauhofarbeiter schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. Allein sind sie mit derartigen Problemen nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Am Donnerstag beklagten sich Menschen, die normalerweise die Schienerbergstraße (L193) nutzen, darüber, dass diese nicht geräumt war. Der Öhninger Teilort Schienen war deshalb teilweise nicht ohne weiteres erreichbar. Die Schienerbergstraße, die von Moos über Bankholzen nach Schienen und Öhningen führt, liegt im Zuständigkeitsbereich der Straßenmeisterei Radolfzell.

Straßenmeistereien arbeiten Hand in Hand

Diese Einrichtung des Landkreises räumt die Bundes- und Landessstraßen. Umgestürzte Bäume und ein gestrandeter LKW machten die Durchfahrt der Räumfahrzeuge unmöglich. Erst nach der Bergung konnte die L193 dann doch noch geräumt werden. „Wir arbeiten derzeit nonstop und geben unser Bestes“, bat Siegmar Moser, Leiter der Straßenmeisterei in Radolfzell, um Nachsicht.

Der Bauhof Moos und die Straßenmeisterei Radolfzell arbeiten Hand in Hand. So räumen die Kollegen aus Radolfzell unter anderem die Durchgangsstraßen in Moos und den Teilorten. Alle anderen übernimmt der Bauhof Moos selbst. Zunächst werden die schneereicheren Teilorte wie Weiler und Bankholzen abgefahren. Und dort vor allem die steileren Straßen. Erst anschließend kommen Iznang und Moos dran. Sie profitieren von der niedrigen Lage und der Seenähe, die für etwas mildere Temperaturen sorgen.

Das könnte Sie auch interessieren