Als „sensationell“ beschreibt die Vorsitzende des Turn- und Sportvereins Iznang, Corinna Detzel, die gute Betreuung durch den Badischen Leichtathletik-Verband und den Badischen Turnerbund während der Pandemie. Ohne Anfrage versorgten die Verbände in Zeiten der Lockerungen den TuS mit gut vorbereiteten Hygienekonzepten, sodass die Aktiven ihren Sport weiter ausüben konnten. Seien am Freitag die Beschlüsse herausgekommen, so habe der Verein bereits am Montag per Email ein für den Sportverein angepasstes Hygienekonzept bekommen, das er der Gemeinde Moos vorlegen konnte. Den beiden Sportverbänden habe sie deren Mitgliedsbeiträge herzlich gerne überwiesen.

Finanziell stehe der Verein solide dar. Für 2020 seien Zuschüsse für Übungsleiter gewährt worden. Einen Mitgliederschwund gebe es nicht. Angesichts einer dritten Infektionswelle sei ein Weg aus der Pandemie jedoch noch unbestimmt. „Da sehe ich noch Sand im Getriebe“, so der zweite Vorsitzender Götz Heinbach über die deutschlandweite Pandemiebekämpfung.

Freude an der neuen Sporthalle

Im Januar 2020 bezog der TuS Iznang die neu errichtete Sporthalle am Mooswald. „Wir hatten mit vollem Elan unsere Trainingseinheiten begonnen und eine gute Resonanz von unseren Übungsleitern und Teilnehmern erhalten“, erinnert sich Detzel: „Doch im März fand das Ganze ein jähes Ende.“ Im Mai konnten die Leichtathleten nach den ersten Lockerungen des Lockdowns wieder im Freien Sport machen.

Tolle Arbeit habe hier die Jugendleiterin für die Leichtathleten geleistet, Giannina Bartholz. Die Sportstudentin habe sich viel um ihre Leichtathleten gekümmert und den Vorstand mit ausgearbeiteten Konzepten beliefert, die nur noch mit der Gemeinde abgestimmt werden mussten.

Sportstudentin versorgt Aktive mit Trainingsplänen

Für den Hallensport wurde im Juni ein strenges Hygienekonzept entwickelt. „Von unseren Übungsleitern und Mitgliedern mussten wir einen hohen Verwaltungsaufwand fordern“, erinnert sich Corinna Detzel. Neben den Angaben persönlicher Daten wie zum Gesundheitsstatus brachten die Mitglieder ihr eigenes Equipment zu Turnübungen im Erwachsenensport mit. Die Übungsleiter splitteten die Kleinkindergruppen zu 14-tägigen Übungsprogrammen auf.

Für die Übungsleiter war es ein Kraftakt, erinnert sich Detzel: Sie stellten das Training komplett um und ließen sich Übungen einfallen, bei denen die Kinder gut betreut werden und zusätzlich Trainingseffekte erzielt werden konnten. Die Stimmung während der Übungen war immer gut, erzählt Detzel: Lediglich das Soziale im Anschluss an den Sport habe gefehlt.

Kraftakte für die Übungsleiter

Einmal pro Jahr veranstaltet der TuS Iznang ein großes Leichtathletik-Sportfest. Dieses sei auch eine Qualifikationsmöglichkeit für Deutsche Meisterschaften, erläutert der zweite Vorsitzende, Götz Heinbach. Das Sportfest entfiel durch den besonders hohen Aufwand an Personal und Organisation für die Hygiene-Maßnahmen – zumal die meisten Kampfrichter qua Alter zur Risikogruppe gehören.

Auch für das zweitägige Strandfest in diesem Jahr sieht Heinbach keine realistische Chance. Wolle man hierfür ein Hygienekonzept entwerfen, so müsste das Zugangskontrolle und Schnelltests vorsehen – vom Aufwand her für den TuS nicht möglich.

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Das beliebte Strandfest ist eine wichtige Einnahmequelle für den Verein. Mit den Gewinnen werden Ersatzanschaffungen getätigt, neue Übungsgeräte angeschafft oder Fortbildungen für die Übungsleiter ermöglicht sowie alle drei Jahre deren Lizenzierung finanziert. Wenn die Krise viele Jahre andauere, so müsse man sich überlegen, wie die Fixkosten anders gedeckt werden könnten, so Detzel: eventuell über Mitgliedsbeiträge, wenn keine weiteren Einnahmen mehr aus dem Wirtschaftsbetrieb kommen.

Große Eigenmotivation der jungen Sportler

Leichtathletik ist ein Individualsport. „Die Eigenmotivation der Kinder ist bei der Leichtathletik extrem hoch“, beobachtet Heinbach. Jugendleiterin Giannina Bartholz schrieb eigens für die Kinder und Jugendlichen der Leichtathletik-Abteilung Trainingspläne für den Lockdown. Viele Mütter gaben der Vorsitzenden das Feedback, dass sie beim Spazierengehen die Kinder der Leichtathletik im Wald alleine trainieren gesehen hätten. Bartholz habe sich rührend um die Leichtathleten des Vereins gekümmert, sodass diese auch i Lockdown nicht aus dem Tritt gekommen seien, lobt Corinna Detzel.