Die Frühlingssonne der letzten Tage hat auch die ersten Schmetterlinge hervorgelockt. Es handelt sich um die Arten, die überwintern: Zitronenfalter, Tagpfauenauge oder Kleiner Fuchs. Wovon können die sich ernähren? Um diese Zeit findet man überall die leuchtend gelben Blüten der Forsythie. Wer aber hier eine wertvolle Nektar- und Pollenquelle für Schmetterlinge, Wildbienen und andere bestäubende Insekten erwartet, liegt leider völlig falsch.

Michael Bauer, Vorsitzender des BUND Vordere Höri engagiert sich für eine natürliche Bepflanzung der Gärten auf der Höri und somit für ein reiches Nahrungsangebot für Tiere und Insekten. Laut einer Presseinformation des BUND Vordere Höri sei die Forsythie – aus China importiert – eine Hybride, die vollkommen steril sei. Die auffällige gelbe Farbe täusche eine Attraktivität vor, hinter der nichts geboten werde. Damit sei die Forsythie ein ökologisch nutzloser Fremdkörper.

Auch Singvögel haben ein Nahrungsproblem

Wer gerne einen frühblühenden Strauch mit gelben Blüten haben wolle, sollte deshalb auf die Kornelkirsche setzen. Sie sei zwar wesentlich unaufdringlicher, dafür aber ungiftig und für die heimische Insektenwelt ungleich nützlicher. Die frühe nektarreiche Blüte sei für die Tierwelt sehr wichtig. Hinzu komme, dass die Kornelkirsche mit ihren roten. saftigen Beeren im Herbst auch noch für Vögel eine Nahrungsquelle sei, was die Forsythie nicht bieten könne. Auch unsere Singvögel hätten ein Nahrungsproblem – ihnen fehlten die Insekten. Neben den insektenfressenden Arten benötigten auch die körnerfressenden Arten Insekten. Letztere, um ihre Brut aufzuziehen, denn die Jungvögel könnten noch keine Körner verdauen.

Insekten dienen auch als Vogelnahrung

Deshalb, so Bauer, sei wichtig, dass Wiesen und Randstreifen nicht so früh abgemäht würden. Man solle sie stehen lassen, bis sie ausgeblüht wären und sich versamen könnten. Dadurch dienten sie lange als Insekten-Nahrung. Und Insekten dienten wiederum als Vogelnahrung. Natürlich benötigten Vögel aber auch Samen, Körner und Beeren als Nahrung. Deswegen sollten in einem Garten möglichst viele fruchttragende Sträucher oder Hecken stehen.