In der Gemeinde Moos wird es in Zukunft eine Containeranlage als Flüchtlingsunterkunft geben. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden die notwendigen Ingenieurleistungen dazu in Auftrag gegeben. Die Containeranlage wird im Neubaugebiet Eichweg III ihren Platz finden, was in vorangegangenen Sitzungen beschlossen worden war. Die Gemeinde geht von Kosten um die 500.000 Euro aus. Darin sind die Kosten für Erdarbeiten, Bodenplatte, Anschluss und Versorgungsleitungen noch nicht berücksichtigt.

Ursprünglich waren im Haushaltsplan für das Jahr 2021 lediglich 350.000 Euro für die Gesamtmaßnahme eingeplant. Dabei war die Verwaltung davon ausgegangen, dass man zu diesem Preis eine gebrauchte Containeranlage erwerben würde. Diese Idee wurde jetzt jedoch verworfen. Weil Containeranlagen ohnehin keine sehr lange Nutzungsdauer zulassen – Bürgermeister Patrick Krauss geht von rund zehn Jahren aus – hat sich der Gemeinderat für eine Neuanschaffung ausgesprochen.

Zwei Investitionen müssen gestrichen werden

Finanziert werden kann diese nur durch Einsparungen im Finanzhaushalt. Daher sprach sich der Gemeinderat in diesem Zusammenhang für die Streichung zweier vorgesehener Investitionen aus. Die im kommenden Jahr geplanten Maßnahmen eines Anbaus im Bauhof sowie die Aufwertung des Sporthafens wurden kurzerhand verworfen. „Wir müssen Prioritäten setzen und uns auf die Dinge konzentrieren, die wichtig und notwendig sind“, sagte Bürgermeister Patrick Krauss auf Nachfrage des SÜDKURIER.

Er ließ dabei auch keinen Zweifel aufkommen, dass man im Rat eine ganz andere Lösung präferiert hätte. Generell hätte man die Unterbringung im direkten sozialen Umfeld der Mooser Bürger vorgezogen. Doch die Gemeinde musste auf die temporäre Anfertigung von Wohnraum zurückgreifen, nachdem die Verwaltung zu wenige Menschen in der Gemeinde dazu bewegen konnte, Wohnraum für die Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen (der SÜDKURIER berichtete mehrfach).

„Wir müssen Prioritäten setzen und uns auf die Dinge konzentrieren, die wichtig und notwendig sind.“ Patrick Krauss, Bürgermeister von Moos, über Investitionen, die wegen des Baus der Containeranlage zurückgestellt werden müssen.
„Wir müssen Prioritäten setzen und uns auf die Dinge konzentrieren, die wichtig und notwendig sind.“ Patrick Krauss, Bürgermeister von Moos, über Investitionen, die wegen des Baus der Containeranlage zurückgestellt werden müssen.

Die geplante Containeranlage soll Platz für vier Wohneinheiten bieten. Ganz hat man die Hoffnung auf privaten Wohnraum noch nicht ausgegeben. Schließlich wäre dann der hohe Investitionsaufwand für eine Containeranlage unter Umständen nicht notwendig. Ein wenig Entspannung habe nach Aussage von Patrick Krauss die Anmietung eines Privathauses gebracht. Zudem könne das ehemalige Rathaus in Bankholzen voraussichtlich ab Ende Januar/Anfang Februar zur Unterbringung von Flüchtlingen in der Gemeinde genutzt werden.

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In der Sitzung wurde außerdem noch eine andere Alternative nachgedacht. Die verbietet sich jedoch angesichts der angespannten Haushaltslage praktisch von selbst. So manches Gemeinderatsmitglied hätte aus Gründen der Nachhaltigkeit viel lieber gesehen, wenn die Gemeinde „echte“ Wohngebäude für die Unterbringung der Flüchtlinge bauen würde. „Das können wir uns nicht leisten. Wir haben schon jetzt eine zu hohe Pro-Kopf-Verschuldung“, erklärte Patrick Krauss.