In der Kirchgasse in Moos geht es nach Ansicht der Anwohner deutlich zu laut zu. Insbesondere ein kurzer Pflasterabschnitt direkt vor der Kirche sorgt für ein erhöhtes Geräuschaufkommen. Laut Untersuchungen hat der Pflasterbelag steinbedingt eine große Fuge, was ein erhöhtes Abrollgeräusch beim Überfahren der Fahrzeuge erzeugt.

Damit sich die Nutzer der Einbahnstraße überhaupt an die dort geltenden 30 Stundenkilometer halten, hat die Gemeinde neben entsprechenden Verkehrsschildern eine Messanlage mit Smiley aufgestellt. Die Anlage kann die gemessenen Stundenkilometer aufzeichnen und damit für eine Auswertung bereitstellen.

15 Prozent der Autofahrer sind zu schnell unterwegs

Das Ergebnis der Messungen spricht eine eindeutige Sprache: Im Zeitraum vom 10. bis 19. Juni sind dort 5199 Fahrzeuge (520 pro Tag) gemessen worden. Immerhin 85 Prozent hielten sich an die vorgeschriebenen Tempo 30. Allerdings fuhren auch 15 Prozent bis zu 50 Stundenkilometer. Spitzenreiter war ein Fahrzeug mit 62 Stundenkilometern. Dieses wurde obendrein noch im Zeitraum zwischen 19 und 24 Uhr gemessen.

Genau darin liegt ein Problem der Anwohner. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden empfinden sie die Lärmentwicklung einzelner Fahrzeuge als besonders störend, wie Bürger jetzt in der jüngsten Gemeinderatssitzung berichteten.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Gemeinde hat nun verschiedenen Varianten prüfen lassen, wie sich möglicherweise eine Verkehrsberuhigung erreichen lassen könnte. Nicht alle sind laut den Verantwortlichen geeignet. Zum Beispiel riet Michael Greineck, Leiter des Amtes für Straßenverkehr und Schifffahrt beim Landratsamt Konstanz, dringend von möglichen Bodenwellen ab, die laut seiner Aussage „eine zusätzliche Gefahrenquelle“ bedeuten würden.

Als weitere mögliche Alternative wurde die Ausweisung als verkehrsberuhigter Bereich (Spielstraße) geprüft. Auch dies erscheint als nicht umsetzbar. Denn dafür dürften maximal 500 Fahrzeuge pro Tag den Bereich durchfahren. Gleichzeitig können verkehrsberuhigte Bereiche nur in Straßen mit hohem Fußgängeranteil ausgewiesen werden.

Bei Umwidmung der Straße fürchten Experten Verschlechterung an der Kreuzung Bohlinger-/Radolfzeller Straße

Eine komplette Umwidmung der Straße in eine Sackgasse, Anliegerstraße oder gar die Umkehrung der Einbahnstraße ist aus Sicht der Experten ebenfalls nicht sinnvoll, wie Bürgermeister Patrick Krauss in der Sitzung darstellte. Vor allem befürchtet man dabei eine zusätzliche Verschlechterung der Verkehrssituation an der Kreuzung Bohlinger-/ Radolfzeller Straße (beim „Grünen Baum“).

Hier würde sich durch das erhöhte Verkehrsaufkommen vermutlich ein Rückstau der Linksabbieger ergeben. Auch im Gemeinderat fand diese Idee nicht sehr viel Rückhalt: „Das ist eine historische Verbindung zwischen der Bohlinger und Radolfzeller Straße, die wir nicht aufgeben sollten“, sagte zum Beispiel Helmut Granser (CDU).

Ähnliches gilt für ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht. Zudem müsste die Straße dazu in einem mangelhaften Zustand sein, der eine Tonnagebeschränkung rechtfertigen würde. Dies ist in der Kirchgasse nicht der Fall, da sie erst vor wenigen Jahren saniert wurde.

Den Pflasterbelag entfernen?

Bleibt noch das Entfernen des Pflasterbelages. Das würde jedoch rund 18.000 Euro kosten und gilt angesichts der angespannten Haushaltslage nicht finanzierbar. Gewünscht scheint es im Gemeinderat ebenfalls nicht zu sein: „Das Pflaster sollten wir auf keinen Fall entfernen lassen“, sagte Anja Fuchs (RGL). Eine echte Entscheidung über mögliche Änderungen wurde in der Sitzung nicht getroffen.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €