Vor exakt 150 Jahren wurde im Löchle in Bankholzen eine Linde als Symbol für den Frieden zwischen Frankreich und dem neu gegründeten Deutschen Reich gepflanzt. Vor drei Monaten fiel die Friedenslinde bei einem heftigen Sturm dem Wind und enormen Wassermassen zum Opfer. Der Baum habe als Wahrzeichen für die Bürger von Bankholzen gegolten, so Bürgermeister Patrick Krauss. Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Partnergemeinde Le-Bourget-du-Lac, Nicolas Mercat, Vertretern aus beiden Gemeinderäten sowie den Präsidenten der Jumelage-Komitees pflanzten sie am selben Ort eine neue Friedenslinde zur Bekräftigung der Freundschaft beider Ortschaften sowie zur Friedensabsicht beider Nationen.

Freundschaften seien wie Pflanzen, die durch Pflege gedeihen, so Patrick Krauss in seiner Ansprache: Die Pandemie habe es jedoch schwer gemacht, Freundschaft über weite Distanzen zu pflegen. Diese Linde gemeinsam zu pflanzen sei nun „ein Akt der Freundschaftspflege“, so Patrick Krauss. Die Freundschaft solle wachsen und gedeihen wie dieser Baum. Auch für Franzosen haben Linden eine Symbolkraft. Für die Kelten galten sie als Symbol der Liebe und Loyalität, erläuterte Bürgermeister Nicola Mercat aus Le-Bourget-du-Lac.

Die Partnerschaft der Ortschaften als Stein im europäischen Gebäude namens Frieden

Der französische König Henri IV., den Mercat in seiner Rede als „unseren guten König“ bezeichnete, ließ im 16. Jahrhundert auf allen zentralen Plätzen eine Linde pflanzen, um unter deren Schatten kommunale Angelegenheiten zu debattieren. Linden stünden seither auch als Symbol für Gerechtigkeit und für die Weisheit in den Debatten. Und zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution seien im gesamten Land 36.000 Linden gepflanzt worden. Die Partnerschaft der Ortschaften begriff Mercat als weiteren Stein im europäischen Gebäude namens Frieden.

Die Bankholzer Mundart-Künstler Lucia Malicet und Zeno Zeiser studierten zur Pflanzung der Linde ein zur Melodie „Am Brunnen vor dem Tore“ geschriebenes Couplet-Lied sowie ein Gedicht ein.