Sie haben an Hochschulen, Fachhochschulen oder Akademien Malerei, Grafik oder Design studiert, sie sind Kunstpädagogen, Technische Zeichnerin oder Keramikerin oder sie haben als Autodidakten durch Liebe und Begabung zur Kunst gefunden: 17 Künstler aus Moos und Umgebung sind wieder – nach langer, pandemiebedingter Pause – bei der Sommerausstellung im Bürgerhaus Moos vertreten.

Bürgermeister Patrick Krauss bringt es bei der Vernissage in seiner kurzen Ansprache auf den Punkt: Die Ausstellung zeige, wovon sich Künstler inspirieren lassen, sie zeige Bekanntes, Neues, Provokantes und Nützliches. Und die große Anzahl mache den Reiz aus.

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Zwei junge Trompeter der Musikschule Höri untermalen die Eröffnung mit flottem Spiel. Laudator Michael Jacob, Ehemann der Künstlerin Waltraud M. Jacob, zitiert Karl Valentin: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“ Und er hebt hervor, dass auch hier die Künstler mit vielen Mühen ihr Gefühlsleben mit Hilfe ihrer Fantasie geöffnet hätten.

Ganzkörperplastik voller Resignation

Der Rundgang zeigt die Vielfalt und handwerkliche Perfektion in ganz unterschiedlichen Genres. Im Foyer fallen Sonja Wielands Objekte ins Auge, die sie vor der Pandemie und vor dem Ukraine-Krieg für einen Wettbewerb in Coburg gefertigt hatte. Ihre Kunst hat durchaus gesellschaftliche und politische Botschaften: „Jarida und die erschöpfte Friedenstaube“ ist eine Ganzkörperplastik, die tiefe Resignation ausdrückt.

Sonja Wieland mit ihrem Werk „Jarida und die erschöpfte Friedenstaube“.
Sonja Wieland mit ihrem Werk „Jarida und die erschöpfte Friedenstaube“. | Bild: Veronika Pantel

Mit Holzmodelliermasse und Farbe mit Eisenoxydpartikeln schuf die Künstlerin, die auch Marionetten herstellt, die Skulptur, die nun wie verrostetes Metall wirkt – sie symbolisiere den Zustand unserer Erde.

Waltraud Jacobs begehbares Kunstwerk aus hängenden Tüchern soll an den Zugang in der Felsenstadt Petra in Jordanien erinnern, Wolfgang Hecking dagegen lädt zum Spielen ein: Wenn das Zoetrop, die Wundertrommel als Wegbereiter zum Film, gedreht wird, schwingt eine füllige Schöne das Tanzbein. Und im „Panoptikum“ wirft eine sich drehende, vom Filmprojektor angestrahlte Skulptur aus gefundenen Objekten sich ständig wandelnde Bilder an die Leinwand.

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Auch Monika Braunert lädt zum Schmunzeln und Entdecken ein: Ihre „Figuren im Grün“ zeigen, wie Menschen miteinander umgehen, in welcher, oft delikaten Beziehung sie zueinander stehen. Zauberhafte Malerei mit Dschungel-Impressionen gibt es von Gisela Hecking, farbenfrohe Schablonen-Figuren von Edith Derschka-Ceglarski.

Dieses Gemälde von Felix Sommer trägt den Titel „Reiter und Artisten“. Es ist eines von zahlreichen Werken in der ...
Dieses Gemälde von Felix Sommer trägt den Titel „Reiter und Artisten“. Es ist eines von zahlreichen Werken in der diesjährigen Ausstellung „Bilder und Objekte aus den Ateliers am See“. Bilder: Veronika Pantel | Bild: Veronika Pantel

Jürgen Tirschmanns Landschaften in fast grafischer Strenge überraschen mit klarer Farbigkeit und Frauke Twelbeck malt duftige Blumen-Aquarelle. Magdalena Oppelts großformatige Acrylbilder haben mit abgeplatzter und aufgebrochener Farbe taktile Qualitäten und Ulrike Roller zeigt fantasiereiche Collagen und zarte, kleinformatige Ätzradierungen mit Collage-Elementen. In Felix Sommers Bildern erfreuen die mit viel Geschick detailreich gemalten Zirkusszenen.

Die Empore gehört Rosemarie Stuckert-Schnorrenberg

Im Gedenken an die im Juni 2021 mit 95 Jahren verstorbene Künstlerin Rosemarie Stuckert-Schnorrenberg, die auf der Höri tief verwurzelt war, ist der Raum auf der Empore ihren Arbeiten gewidmet. Noch einmal darf man eintauchen in ihre zarten Aquarelle und ihre mit feinem Strich gezeichneten Grafiken. Im August des Jahres 2019 konnte sie noch selbst ihre letzten Werke in der Sommerausstellung zeigen.

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Jeder Betrachter müsse sich ein eigenes Urteil bilden, sagte Laudator Michael Jacob bei der Vernissage. Doch gute Kunst solle immer den Verstand und das Gefühl übereinstimmend ansprechen. Das sollte bei der qualitätsvollen Vielfalt dieser Ausstellung jedem Besucher gelingen. Die Künstler sind: Monika Braunert, Edith Derschka-Ceglarski, Petra Harder, Gisela Hecking, Wolfgang Hecking, Anne Heller, Sabina Hunger, Waltraud M. Jacob, Luzia Malicet, Magdalena Oppelt, Ulrike Roller, Alice Schäfer, Rosemarie Stuckert-Schnorrenberg, Felix Sommer, Jürgen Tirschmann, Frauke Twelbeck und Sonja Wieland.