Kachelöfen sind Sinnbild für Gemütlichkeit, Wärme und Wohlbehagen. In dem Buch „Kachelofen Geschichten – Chachelofe-Gschichtle“ rücken die Öfen in den Mittelpunkt eines Kinderbuchs zum Thema Mundart. Die Idee und das Konzept stammen von Monika Wenger. Die Donaueschinger Lehrerin übernahm auch die Projektleitung: „Wir haben für unser Projekt den alemannischen Sprachraum gewählt. In einem ersten Buch erzählen wir Kachelofengeschichten von der Halbinsel Höri, denn hier am Bodensee wird reinstes Alemannisch gesprochen“, erklärt Wenger.

„Bei unserem Schulprojekt sammelten wir mündlich überliefertes Erzählgut für Kinder im alemannischen Sprachraum, um dieses vor dem Vergessen zu bewahren“, sagt Monika Wenger. An dem Projekt waren insgesamt 120 Schüler beteiligt, darunter auch Grundschüler aus Iznang und aus dem schweizerischen Uzwil. Im Dialog mit den Kindern entstand die Idee, die Themen Heimat und Mundart im Rahmen von Kachelofen-Geschichten aufzugreifen.

Mitmachheft ist inklusive

„In alten Bauernhäusern war der behagliche Kachelofen die wärmste Ecke im Haus. An dunklen Winterabenden kamen alle Hausbewohner an den warmen Ofen und erzählten sich Geschichten“, so Monika Wenger. „So wie einst die Urgroßmutter oder der Urgroßvater den Kindern am Kachelofen Geschichten erzählten, sollen deren Überlieferung in diesem Buch erzählt werden, in der Hoffnung, dass sich hierfür auch Vorleser und Nacherzähler finden mögen“, ergänzt Wenger.

Herausgekommen ist ein Entdeckungsbuch und Mitmachheft, das nicht nur einige Dörfer und Bauernhöfe der Höri vorstellt, sondern auch deren besonderen Charme anhand von Anekdoten, historischen Fotos und Zeichnungen. Erzählt werden Geschichten, die schon seit Generationen an Kachelöfen in Iznang, Horn, Öhningen oder auf dem Schienerberg erzählt werden, wie „Der Stoffel von Öhningen„ oder „In Hemmenhofen brummts“. Der berühmten und einzigartigen Höri-Bülle ist die „Hymne an die Zwiebel“ gewidmet. So heißt es in einem Auszug in reinstem Alemannisch: „Me ka sie hacke oder riibe, sie lot sich auch i Schiible schniide. Kasch sie brote oder schwitze oder in e Sößle schnitze“.

Das Buch Kachelofen Geschichten – Chachelofe-Gschichtle stellt verschiedene Dörfer der Höri anhand von überlieferten Geschichten in Mundart vor. Im Bild sind beispielhaft einige der Buchseiten zu sehen, die mit historischen Fotos und Zeichnungen den besonderen Charme der Höri vermitteln.
Das Buch Kachelofen Geschichten – Chachelofe-Gschichtle stellt verschiedene Dörfer der Höri anhand von überlieferten Geschichten in Mundart vor. Im Bild sind beispielhaft einige der Buchseiten zu sehen, die mit historischen Fotos und Zeichnungen den besonderen Charme der Höri vermitteln. | Bild: Monika Wenger

Auch der Kachelofen des unter Denkmalschutz stehenden Bühlarzhofs auf dem Schienerberg, dessen Bestehen in alten Urkundenabschriften bis ins Jahr 1359 nachgewiesen werden kann, könnte viele Geschichten erzählen. Der heute 83-jährige Besitzer Hermann Maier erinnert sich an gemütliche Stunden am Kachelofen, in denen sein Großvater Andreas ihm und seinen fünf Schwestern Geschichten erzählte.

So auch die Geschichte von Hase und Fuchs, die hungrig im tiefsten Winter ihren Weg über den Schienerberg zum Bühlarzhof fanden – erzählt wird sie auch auf Alemannisch: „En Haas und en Fuggs treffed sich ganz obbe uff em Schienerberg. S isch düffe Winter gsi und `s hät ka grüe Krut ga“.

Viele historische Fotos

Illustriert wird das Buch mit historischen Fotos, Kachelofenmotiven des Schweizer Malers Albert Anker sowie Zeichnungen der Kinder von den beteiligten Schulen. So stammen beispielsweise die Zeichnungen der Äpfel von den Iznanger Grundschülern.

Im Mitmachheft, das gemeinsam mit dem Erzählbuch erhältlich sein wird, gibt es passend zu den Themen des Erzählbuchs Rätsel, Ausmalbilder und Basteltips.

Zum Buch

Das Buch „Kachelofen Geschichten – Chachelofe-Gschichtle“ mit Anekdoten, Fotos und Illustrationen rund um die Höri wird ab Mitte April erhältlich sein. Aufgrund der aktuellen Situation können Buch und Mitmachheft bis auf Weiteres nur auf dem Postweg bezogen werden, weitere Informationen über monika.wenger@rs-ds.de.

Sobald die Touristinformation in Moos wieder geöffnet hat, können Buch und Mitmachheft direkt dort erworben werden, weitere Verkaufsstellen sind in Planung. Geplant sind zudem Autorenlesungen auf der Höri, die baldmöglichst bekanntgegeben werden.