Mit einem unterhaltsamen Abend haben am Samstag rund 200 geladene Gäste Peter Kessler als Bürgermeister von Moos verabschiedet. Im Bürgerhaus dürfte der scheidende Bürgermeister noch einmal eine ganze Reihe von Lobsagungen über sich ergehen lassen. Denn nach zwei Jahrzehnten im Amt hat sich Peter Kessler nicht nur innerhalb seiner Gemeinde, sondern auch über deren Grenzen hinaus einen Namen als unermüdlicher Arbeiter und verlässlicher Kommunalpolitiker gemacht. Neben seinem Bürgermeisterposten bekleidete er unter anderem Sitze im Kreistag und zahlreichen anderen Gremien. Entsprechend positiv fielen die Lobreden derjenigen aus, die am Samstag vor das Mikrophon traten.

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Landrat Frank Hämmerle sprach von einem "epochalem Anlass", denn Peter Kessler habe in den zwei Jahrzehnten viele "wichtige Entscheidungen getroffen", wie er ausführte. Persönlich habe dem Landrat vor allem "der subtile, feine Humor" gefallen. Dass Peter Kessler in den Jahren seiner Tätigkeit "kein Lautsprecher" war, wie es der Bundestagsabgeordnete Andreas Jung nannte, sondern vielmehr eine Person war, die sich weniger durch seine ausgeprägte Geselligkeit und viel Fachkompentenz in seinen Funktionen hervorgetan hat, bemerkten fast alle Redner am Samstagabend. Was ebenfalls immer dabei herausgestellt wurde, war die hohe Intensität der Arbeit, die Kessler an den Tag legte.

20 Jahre Vollgas für die Gemeinde

Mit "20 Jahre Vollgas für die Gemeinde Moos" umschrieb sein Stellvertreter im Amt, Albin Lang, diese Haltung. Was für die Bürger einen ungewöhnlich guten Service bedeutete, der auch schon einmal am Wochenende abrufbar war, war für seine Mannschaft im Rathaus mitunter eine hohe Anforderung. Denn der Chef trat dort als wortwörtlicher "Schrittgeber" auf, dem man bereits in den Morgenstunden am Tempo des Ganges sein geradezu rastloses Wesen anhören konnte, wie seine Hauptamtsleiterin Martin Stoffel ausführte. Gleichzeitig konnte sich Peter Kessler bei seinen Mitarbeitern und allen anderen Weggefährten den Ruf eines kompetenten und verbindlichen Gegenübers erwerben. Während das in Moos für ein "offenes Ohr und eine offene Tür" sorgte, ist diese Haltung für Andreas Jung weit mehr als engagiertes Arbeiten: "Peter Kessler hat sich das Vertrauen der Bürger erworben. Das ist in diesen Zeiten sehr viel wert und das Beste, was man als Amtsträger leisten kann", lobte er. Respekt erntete Kessler auch für seine Entscheidung, das Amt als Bürgermeister vorzeitig zu beenden.

Gute Laune im Bürgerhaus Moos. Hier wurde am Samstag Bürgermeister Peter Kessler in den Ruhestand verabschiedet. Rund 200 Gäste kamen der Einladung nach.
Gute Laune im Bürgerhaus Moos. Hier wurde am Samstag Bürgermeister Peter Kessler in den Ruhestand verabschiedet. Rund 200 Gäste kamen der Einladung nach. | Bild: Jarausch, Gerald

An guten Ratschlägen, was er künftig im "Unruhestand" alles machen könnte, mangelte es nicht. Sie reichten von dem Rat, den "Bulli bunt anzumalen und sich die Haare lang wachsen zu lassen" (Jung) bis zur Einladung des Jumelage-Komitees in die Partnerstadt Le Bourget du Lac", wo er "immer willkommen" sei, wie Nicole Normand mit charmanten französischen Akzent bemerkte.

Lob für seine Kommunalpolitik bekam Peter Kessler von Andreas Jung (MdB).
Lob für seine Kommunalpolitik bekam Peter Kessler von Andreas Jung (MdB). | Bild: Jarausch, Gerald

Peter Kessler selbst nutzte den Moment, sich von allen Mitstreitern und Mitarbeitern zu verabschieden, für die und mit denen er in den zwei Jahrzehnten als Bürgermeister zusammen gearbeitet hat. Und er vergaß auch nicht, sein Vorgehen des frühzeitigen Ausscheidens zu erklären. Offenbar hat ihn die zunehmende Bürokratie über die Jahre mürbe gemacht, wie er zugab: "Ja, ich wurde amtsmüde, weil man als Bürgermeister für die einfachsten Dinge kämpfen muss." Das Gefühl nie fertig zu sein und der hohe Anspruch an die eigene Arbeit tat sein Übriges, so dass er immer "dünnhäutiger" geworden sei, wie er sagte.

Viel Lob und Geschenke: Die Höri-Bürgermeister Uwe Eisch (links) und Andreas Schmid (rechts) überreichten zusammen mit dem Geschäftsführer des Gemeinde-Verwaltungsverbandes Sven Leibing (2.v.r.) ein Präsent an Peter Kessler. Bild: Gerald Jarausch
Viel Lob und Geschenke: Die Höri-Bürgermeister Uwe Eisch (links) und Andreas Schmid (rechts) überreichten zusammen mit dem Geschäftsführer des Gemeinde-Verwaltungsverbandes Sven Leibing (2.v.r.) ein Präsent an Peter Kessler. Bild: Gerald Jarausch | Bild: Jarausch, Gerald

Der immer wieder einmal erhobene Vorwurf, er sein kein Mann der großen Visionen, entgegnete Kessler, dass für ihn "Kommunalpolitik in erster Linie Sachpolitik" sei. "Ich hatte immer bei den anstehenden Aufgaben ein Ziel vor Augen, auf das ich zugesteuert bin. Doch Überregulierung und Perfektionismus stehen dem zunehmend entgegen", sagte er. In Zukunft kann er sich anderen Dingen widmen und wieder mehr Zeit mit der eigenen Familie verbringen. Auf dem Motorrad oder dem E-Bike darf man sich auch mal etwas treiben lassen.

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