Moos – Zum 1. Januar 2020 wird der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Kreis Konstanz neu geordnet. In diesem Zusammenhang wird auch der Regionalbusverkehr neu ausgeschrieben. Drei der vier Schülerverkehre sollen im nächsten Jahr in den regulären Linienverkehr integriert werden. Für die Gemeinde Moos bedeutet die Umstellung aus Sicht des Gemeinderates eine spürbare Verschlechterung.

Die Kinder werden weitere Fußwege in Kauf nehmen müssen und teilweise sogar gar nicht mehr transportiert werden. Letzteres gilt vor allem für die Kindergartenkinder, die bisher kulant von dem Schulbus mitgenommen wurden.

„Jetzt befördern wir das Elterntaxi“

Karlheinz Bölli (UWV) fasste das Problem so zusammen: „Bisher hatten wir eine gute Lösung. Jetzt befördern wir das Elterntaxi. Darin sehe ich ein Riesenproblem“, sagte er in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Um den künftigen Schulbus- beziehungsweise Linienverkehr noch bestmöglich zu gestalten, will die Gemeinde Moos nun noch mit dem Landratsamt verhandelt. „Wir möchten, dass der Bus direkt vor der Schule hält“, ließ Bürgermeister Patrick Krauss wissen.

Viel hängt von einer geplanten Verkehrsschau vor Ort ab. Darin will das Landratsamt zusammen mit der Polizei ermitteln, ob eine beidseitige Haltestelle vor der Grundschule in Weiler möglich ist.

Gemeinderat hofft auf eine Verkehrsschau

Patrick Krauss sieht die Chancen dafür nicht schlecht: „Wir haben auch an anderen Stellen Haltepunkte, die den Verkehr kurzfristig aufhalten. Warum soll das nicht auch in Weiler gehen?“ Nach den bisherigen Plänen würden die Schüler zum Teil in Iznang an der Landesstraße oder an der Bankholzer Straße aussteigen und den Rest des Weges zur Schule zu Fuß gehen. Zumindest die Polizei sieht darin kein Problem. Sie hat diese Schulwege auf Wunsch des Landratsamtes überprüft und als nicht gefährlich eingestuft.

Die Eltern von kleinen Kindern teilen diese Ansicht nicht unbedingt. Das Landratsamt hat besorgten Eltern in einem Schreiben bereits signalisiert, was sie von ihnen erwartet. Dort heißt es: „Vielmehr erhoffen (erwarten) wir, dass Eltern mit ihren Kindern den Schulweg einüben.“

Für 28 000 Euro könnte Gemeinde die Situation ändern

Bei einer Übernahme der Kosten von rund 28 000 Euro durch die Gemeinde wäre ein Betrieb wie bisher denkbar. Bislang zahlt die Gemeinde 3000 Euro als Kostenanteil. Eine Übernahme des Gesamtbetrages kam dann kam im Rat dann aber für die wenigsten in Frage: „Ich bin nicht bereit, dafür 28 000 Euro zu zahlen“, sagte zum Beispiel Anne Overlack (FGL).

Frank Riester fand die Idee indes nicht ganz abwegig: „Wir geben für so viele Dinge viel Geld aus, da könnte uns die Beförderung der Schüler durchaus etwas Wert sein. Wir wollen eine familienfreundliche Gemeinde sein – da sollten wir eine Lösung für den Wegfall der Kleinkinderbeförderung finden“, sagte er.

Moos will jetzt nachverhandeln

Ein Neu-Gemeinderat wunderte sich über das Vorgehen des Landratsamtes. Jan Becker (UWV), Leiter der Grundschule Weiler, monierte, dass ihn „niemand gefragt oder informiert habe“. Sein Urteil: „Die Neuplanung sorgt nur für eine Verschlechterung für die Schüler, Eltern und die Schule.“

Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, mit dem Landratsamt eine bessere Lösung auszuhandeln. Krauss kündigte eine Info über Ergebnisse der Gespräche für die Sitzung nach der Sommerpause an.