Selten wurde ein Kassenbericht mit solch Jubel aufgenommen wie bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr (FF) in Moos: Aufgrund des Kontoabschlusses habe der Feuerwehrausschuss bis auf weiteres beschlossen, dass Getränke und Essen beim Feuerwehrdienst umsonst seien, verkündete Kassier Patrick Wolf unter Applaus der Feuerwehrangehörigen.

Die gute Kassenlage beruht auch auf dem freiwilligen Engagement der Mitglieder bei ihren Festveranstaltungen – einer der Haupteinnahmenquellen für die Kasse: „Dafür habt ihr auch gearbeitet“, so der Kommandant Karl Wolf: Das habe zwei Effekte. Es treffe immer die Richtigen und lasse die Proben besser besuchen.

Kreisbrandmeister Carsten Sorg ehrte zwölf Feuerwehrangehörige mit dem neu geschaffenen staatlichen Ehrenzeichen in Bronze, das von der Landesregierung gestiftet wurde. Bürgermeister Patrick Krauss sicherte der FF für die nächsten drei Jahre ein Verkehrskonzept für das Büllefest zu.

Auf der Versammlung verkündete er die Anschaffung eines Feuerwehrgerätewagens Transport mit dazugehörenden Rollcontainern im Wert von 103 000 Euro.

Mooser Wehr rückte 2018 zu 20 Einsätzen aus

Im letzten Jahr war die FF Moos bei 20 Einsätzen beteiligt, davon ein Großbrand auf dem Gut Balisheim in Gaienhofen. Beim Nachteinsatz war die Mooser Wehr elf Stunden lang vor Ort. Dreiviertel der Einsätze waren technische Hilfen.

Am 9. Mai probte die FF Moos mit Kameraden der FF Radolfzell einen Brandeinsatz am Kindergarten in Moos – mit dem Ziel, die Aufstellung der Fahrzeuge zu ermitteln und die frische Zusammenarbeit mit Radolfzell zu trainieren. Bei der Probe stellte die Feuerwehr einen technischen Baumangel am öffentlichen Gebäude fest.

Zwei Fenster seien derart klein, dass keine Steckleiter hineinpasse. Die Personen wurden bei der Probe über den Balkon gerettet. Im Ernstfall würde die FF die Scheiben einschlagen, so Wolf. Am Schützenhaus in Weiler probte sie die neue Einsatzkooperation anhand eines Verkehrsunfalls und eines Brandeinsatz mit gutem Erfolg.

Die Grundschule in Weiler und der Kindergarten Moos wurden in den Brandschutz eingeführt. Bei fünf Lehrgängen und zwei Seminaren für Führungskräfte bildeten sich die Hälfte der aktiven Feuerwehrangehörigen weiter. 257 Stunden wendete die FF in Pflege und Reparatur von Gerätschaften auf.

Kinderfeuerwehr hat 14 Mitglieder

Die Mooser Wehr hat neben einer Jugend- auch eine Kinderfeuerwehr mit 14 Mitgliedern. In diesem Jahr wechseln vier von ihnen in die Jugendfeuerwehr. Die FF backt, bastelt und singt mit den Kleinsten. Sie fährt mit den Kindern im Feuerwehrauto und besucht mit ihnen die Nachbarortschaften. Das sei auch werbewirksam bei den Erwachsenen, so die Leiterin Gabi Wolf.

Leider fehlt es der Feuerwehr an Kapazität, weitere Anwärter für ihre 14 Kinder und 24 Jugendliche zählenden Abteilungen aufzunehmen. Beide Abteilungen sind nahezu genauso groß wie die Abteilung der Aktiven. Die FF Moos hat nur noch fünf Jugendleiter.

Kreisbrandmeister Carsten Sorg begrüßte die Anschaffung des vom Landkreis geförderten Multifunktionsfahrzeugs. Die Löschfahrzeuge für den Grundschutz könnten damit entlastet werden. Sorg zeigte sich erfreut über die Mooser Kooperation mit anderen Rettungsdiensten für den Bevölkerungsschutz. Er informierte auch über die Anschaffung eines Abrollbehälters für Gefahrengut für den Landkreis.

Carsten Sorg trat Gerüchten in Bezug auf die geplante digitale Alarmierung entgegen und versicherte die Ausschreibung für die Infrastruktur. Die landkreisweite Ausrückordnung sei in Arbeit. Nach der digitalen Alarmierung soll der Digitalfunk angegangen werden. Die Leitstelle sei bereits ans Digitalfunknetz des Landes angeschlossen.