Bürger aus Moos müssen noch bis kommenden Montag ihr Wasser aus dem Hahn vor dem Trinken oder Verarbeiten abkochen. Im entsprechenden Hochbehälter sind am Montag nach einer Routinekontrolle durch den zuständigen Wassermeister Verunreinigungen an der Wasseroberfläche bemerkt worden. "Wir haben gleich das Gesundheitsamt informiert, das uns empfohlen haben, vorsichtshalber eine Warnung an die betroffenen Haushalte auszugeben, bis dies geklärt ist", sagt Bürgermeister Peter Kessler auf Nachfrage. Ob es eine konkrete bakterielle Verunreinigung vorliegt, wie es zum Beispiel aktuell in Villingen-Schwenningen im Schwarzwald-Baar-Kreis der Fall ist, wird eine Untersuchung nun klären.

In Moos habe man den Behälter sofort geleert und gründlich mit Chlor desinfiziert und und gereinigt. Dann wurde er erneut mit Wasser befüllt. Dieses Wasser wird nun in einem Labor untersucht. Die Probe werde laut Peter Kessler Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr entnommen. Um eventuellen Keimen ausreichend Zeit zum Entwickeln zu geben, werde es mindestens 36 Stunden brauchen, bis ein verlässliches Ergebnis der Probe vorliegt. Erst danach könne der Bevölkerung genaueres mitgeteilt werden. "Dies wird vermutlich wegen dem Wochenende erst Montag sein", so Kessler. Bis dahin gilt die Empfehlung des Gesundheitsamtes, das Wasser abzukochen.

Ursache der Verunreinigung unklar

Wie es genau zu dieser Oberflächenverunreinigung gekommen ist, darüber rätselt auch Bürgermeister Kessler. "Wir können hier nur Vermutungen anstellen", sagt er. Es habe an der Quelle Arbeiten gegeben, eventuell sei es so zu der Verunreinigung im Wasserhochbehälter gekommen. Sicher wisse man es allerdings nicht. Die im April dieses Jahres durchgeführte Trinkwasseruntersuchung ergab, dass die Wasserproben der Gemeinde Moos im Rahmen der durchgeführten Untersuchungen die an Trinkwasser gestellten Anforderungen in vollem Umfang erfüllen. Das Wasser der Gemeinde Moos ist für gewöhnlich unbehandelt und kommt ohne Chlor aus. Es wird über den Zweckverband Wasserversorgung Überlingen am Ried bezogen und stammt aus Quellen am Schiener Berg.

In Villingen-Schwenningen soll es laut Angaben der Stadtwerke Villingen-Schwenningen wegen der Erderwärmung zu dem Keimbefall gekommen sein. Das Wasser werde durch den Klimawandel immer wärmer, Keime fühlen sich bei höheren Temperaturen wohler und vermehren sich. Die Stadtwerke Villingen-Schwenningen haben damit begonnen, das Trinkwasser mit Chlor zu versetzen. In Konstanz zum Beispiel ist dies das ganze Jahr über notwendig. Im Sommer müssen die Stadtwerke Konstanz das Wasser mit mehr Chlor versetzen als im Winter.