Die anstehende Sanierung der Kirche St. Blasius in Bankholzen spaltet die Bevölkerung in dem Mooser Teilort. Während die Befürworter darin die einzige Möglichkeit sehen, die Dorfkirche überhaupt dauerhaft zu erhalten, möchten die Gegner möglichst wenig an dem Gotteshaus verändern. In einer öffentlichen Pfarrgemeinderatssitzung zu der Angelegenheit hat sich kürzlich eine Mehrheit ablehnend gegenüber den Plänen geäußert.

Die Sanierung und Umgestaltung könnte jedoch über die Zukunft dieser Kirche generell entscheiden. Denn die katholische Kirche in Deutschland ist im Umbruch. Sie hat in den letzten drei Jahrzehnten rund 20 Prozent ihrer Mitglieder verloren und in der gleichen Zeit etwa 500 Kirchen geschlossen. Die Entwicklung macht auch vor der Region nicht Halt. Bischof Stefan Burger von der Erzdiözese Freiburg hat dazu jüngst schon anklingen lassen, wie der Umbruch konkret aussehen kann. Demnach sollen die aktuell 220 Kirchendekanate auf etwa 40 reduziert werden.

Katholische Kirche trennt sich von nicht benötigten Gebäuden

"Das sind einschneidende Veränderungen", sagt dazu Pfarrer Stefan Hutterer von den Höri-Kirchengemeinden. Die Pläne der Katholischen Kirche machen auch davor nicht Halt, sich von Gebäuden jedweder Art zu trennen, die nicht mehr wirtschaftlich tragbar oder funktionell überflüssig sind. Teile des Pfarrgemeinderats sind sicher, dass St. Blasius einer solchen Überprüfung in der aktuellen Form nicht standhalten kann. "Wir haben neun Kirchen und 4200 Katholiken auf der Höri. 433 davon in Bankholzen. Irgendwann ist die Stunde der Wahrheit", sagt dazu Freddy Overlack vom Pfarrgemeinderat der Höri. Das Gremium ist nach seiner Aussage davon überzeugt, dass man auf St. Blasius in seiner heutigen Form am ehesten verzichten wird, diese aber gleichzeitig die besten Voraussetzung für eine Neuausrichtung bietet.

Der aktuelle Innenraum der Kirche St. Blasius. Die Umgestaltung sieht unter anderem die Entfernung der Sitzbänke vor. Das Bild hinten rechts würde von der Orgel verdeckt.
Der aktuelle Innenraum der Kirche St. Blasius. Die Umgestaltung sieht unter anderem die Entfernung der Sitzbänke vor. Das Bild hinten rechts würde von der Orgel verdeckt. | Bild: Gerald Jarausch

Daran glauben jedoch längst nicht alle. Ursula Karler hat sich in der Diskussion, ob und wie die Kirche zu sanieren ist, zum Sprachrohr derjenigen gemacht, die St. Blasius gerne so erhalten würden, wie sie besteht. Ihrer Meinung nach sind 90 Prozent der Bankholzer Kirchgänger gegen einen Umbau, wie ihn der Pfarrgemeinderat präferiert. An das Szenario einer Kirchenschließung mag sie nicht so recht glauben: "Ich weiß nicht, ob das so stimmt", sagt sie, denn davon sei ihrer Meinung nach nie die Rede gewesen. Ihr größter Kritikpunkt ist jedoch, dass viele der Pfarrgemeindemitglieder praktisch übergangen werden. "Auch die Kirche kann es sich nicht leisten, demokratische Regeln außer Kraft zu setzen", sagt sie.

Pfarrgemeinderat ist einstimmig für eine Umgestaltung

Dieser Aussage steht das gewählte Gremium des Pfarrgemeinderates gegenüber. Laut Freddy Overlack haben sich alle 20 Mitglieder einstimmig für die Umgestaltung ausgesprochen. Der Leiter des Referats Kunst, Kultur und Kirche im Erzbistum Freiburg, Peter Stengele, hat in einem Schreiben ebenfalls sein Wohlwollen zum Ausdruck gebracht. Wenn ein offizielles OK aus Freiburg kommen sollte, wird eine konkrete Kostenberechnung aufgestellt. Aus Sicht des Pfarrgemeinderates drängt die Zeit. "Wenn wir zu lange warten, ist der Zug abgefahren", sagt Freddy Overlack.

Bis es zu einer Entscheidung kommt, wird es in Bankholzen vermutlich noch einige Diskussionen geben. Dazu sind beide Seiten aufgefordert. Während Freddy Overlack versichert, dass sich der Pfarrgemeinderat "mit Leidenschaft für die Kirche, die er nicht zerstören will" einsetzt, lässt Ursula Karler wissen, dass auch sie sich einen Kompromiss vorstellen kann: "Eine Hälfte Bänke, eine Hälfte Stühle", schlägt sie vor.