Ab dem 1. Januar ist der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) neu geregelt. Das Landratsamt hat für den gesamten Landkreis die bestehenden Buslinien analysiert und neu vergeben. Doch das Ergebnis scheint nicht zur Zufriedenheit aller ausgefallen zu sein. In Moos bereitet der Schulbus ein Problem, das die Bürger und den Gemeinderat intensiv beschäftigt. Im neuen Jahr sollen die Schüler mit dem normalen Liniendienst der Busse befördert werden, die bisherigen Schulbuslinien entfallen somit zu diesem Datum.

Preis erhöht sich deutlich

Das allein ist nicht das eigentliche Problem. Dahinter steckt vielmehr die Frage, wie es um die Beförderung der Kindergartenkinder bestellt ist. Gemäß einem Preisangebot eines Busunternehmers, der diese Beförderung bisher in Gaienhofen für 80 Euro am Tag anbietet, wird sich der Preis für die Kindergartenkinder nach dem Wegfall der Schulbuslinien deutlich erhöhen.

Die Gemeindeverwaltung von Moos hat auf der Suche nach Unternehmen zum Transport der Kinder sechs Unternehmen angefragt, es wurden aber letztlich nur zwei Angebote abgegeben. Ein weiteres Problem beim Transport der Kindergartenkinder besteht in der Haftung. Üblicherweise übernehmen die Kindergärtnerinnen im Kindergarten die Aufsichtspflicht. Diese endet mit der Übergabe der Kinder an die Sorgeberechtigten.

Fahrer kann Aufsicht nicht übernehmen

Aber wer soll das nach Beendigung der Kindergartenzeit sein, der Busfahrer? Der möge doch bitte seinen Blick auf die Straße richten, so die einhellige Meinung der Bürger während der Gemeinderatssitzung in Moos. Nach Darstellung der Verwaltung entsteht so aber eine Aufsichtslücke, die zu einer Pflichtverletzung führen könnte.

Kein Bus- oder Taxiunternehmen will dafür die Verantwortung übernehmen. Bürgermeister Patrick Krauss wies darauf hin, dass eine schriftliche Vereinbarung zwischen den Eltern und der Gemeinde Moos über einen Haftungsausschluss bei den Transport-Fahrten eher keine Gültigkeit haben dürfte. Letztlich habe dies zur Folge, dass zusätzlich zu den reinen Kosten des Transports auch noch Personalkosten für die notwendige Begleitung zur Aufsicht über die Kindergartenkinder anfallen würden.

15000 Euro für acht Kinder

Anne Overlack von der Rot-Grünen Liste (RGL) versuchte, eine Lösung zu finden: „Ich biete mich an, an einem Tag in der Woche, die Aufsicht zu übernehmen. Wenn sich noch andere Bürger finden, wäre das Problem gelöst.“ Das sah der Gemeinderat nicht ganz so. Kosten von rund 15 000 Euro pro Jahr für acht Kinder sei für den Gemeindehaushalt so nicht tragbar. Sollten sich Moos sogar mehr Kinder als bisher zur Beförderung anmelden, dannn kämen weitere Kosten auf die Gemeinde zu. Hier müssten sich die Eltern organisieren, so die Meinung der Ratsmitglieder.

Das stieß auf erheblichen Widerstand unter den Bürgern. Man sei schon lange dabei, die Abholung der Kinder aus dem Kindergarten zu organisieren, anders sei dies nicht zu handhaben. Dennoch stimmte der Rat gegen eine weitere Kosten- und Haftungsübernahme. Ganz wohl war den Ratsmitgliedern bei ihrer Entscheidung aber nicht.

„Bisher eine sehr gute Lösung“

Helmut Granser (CDU) sagte: „Wir haben hier in Moos bisher eine sehr gute Lösung gehabt.“ Diese sei nun durch die neuen Rahmenbedingungen entfallen. Bürgermeister Patrick Krauss will sich auch nicht geschlagen geben. „Wenn bei der Schülerbeförderung irgendetwas nicht richtig funktioniert, bin ich der Erste, der nach Konstanz fährt, und eine Nachbesserung einfordert“, kündigte er an.