Der Töpfermarkt in Iznang findet am Wochenende 14. und 15. Juli zum 20. Mal statt. Und zu diesem runden Geburtstag haben sich die beiden Veranstalter Sabina Hunger und Felix Sommer etwas Neues einfallen lassen. Wie immer werden an den beiden Veranstaltungstagen die 79 Aussteller aus dem In- und Ausland ihr Können und Einblicke in ihr keramisches Schaffen zeigen. Dieses Jahr reisen sie aus Italien, Polen, Frankreich, Slowenien, Österreich, Tschechien, Schweiz, Ungarn und Belgien an.

Auf dem Keramikmarkt findet man vom handgefertigten Gebrauchsgeschirr bis zu Kachelöfen und Baukeramik beinahe alles, was aus dem Werkstoff kunstvoll gefertigt werden kann. Zu bestaunen sind außerdem Porzellan, Design und Einzelstücke in höchster Präzision. Generell ist das Angebot und die Vielfalt beim Iznanger Töpfermarkt im Laufe der Jahre größer geworden: "Wir sind größer geworden und internationaler. Rund ein Drittel unser Keramiker sind aus dem europäischen Ausland", sagt Felix Sommer. An Techniken sind Raku-Brand und Holzbrand, Fayencemalerei und Salzglasur zu finden. Dabei bedienen die Veranstalter auch die aktuellen Trends, sagt Hunger.

Als Neuerung wird im Jubiläumsjahr der Parkplatz in der Straße "Kurze Gasse" als Präsentationsfläche zur Demonstration keramischer Handwerkstechniken dienen, auf der die Besucher selbst aktiv werden können. An der Zaubertöpferscheibe kann man sein Glück versuchen oder im Raku-Ofen ein eigenes Stück brennen. Kinder können Tiere modellieren oder bei einer besonderen Schnitztechnik aus Algerien zuschauen. Höhepunkt ist das Café Keramik. Einer Ausschreibung folgend, stellen 21 teilnehmende Keramikwerkstätten ihre handgefertigten Espressotassen unterschiedlichen Designs her, die vor Ort direkt mit Espresso befüllt und gekauft werden können.

Wie immer findet gleichzeitig im Iznanger Rathaus eine Ausstellung statt. Diesmal lautet das Motto "Print and Paint". Hierbei sind Fayence- und Porzellanmaler gefragt und alle, die auf Keramik malen, drucken oder prägen. Eine hochkarätig besetzte Jury ermittelt drei Preisträger. Der Keramikpreis ist auch mit einem der schönsten Erlebnisse von Veranstalterin Sabina Hunger verbunden: "Beim 5. Iznanger Keramikmarkt kam ein Herr mit tiefer Stimme in die Ausstellung und sagte: 'Gratuliere, gute Arbeit. Wenn Sie einmal Unterstützung brauchen', legte seine Visitenkarte auf den Tisch und verschwand." Der Mann war Harald Siebenmorgen, Direktor des badischen Landesmuseums im Schloss in Karlsruhe. "Daraufhin begann die Zusammenarbeit in der Jury und die Ankäufe der preisgekrönten Stücke in die badische Landessammlung", erzählt Hunger. Die Preise des aktuellen Wettbewerbs werden am Samstag um 18 Uhr auf der Freitreppe des Rathauses feierlich überreicht. Der Wettbewerb soll künftig eher größer werden: "Der Preis sollte ausgebaut werden und weitere Kooperationen mit anderen Keramikinstitutionen, wie Hochschulen, aktiviert werden", verrät Felix Sommer. Den Veranstaltern des Töpfermarktes gehen auch nach 20 Jahren die Ideen nicht aus.