Der Aufbau des Breitbandnetzes in Moos hat Jahre gedauert. Nachdem die gängigen Anbieter allesamt dankend den Ausbau eines Netzes abgelehnt hatten, nahm die Gemeinde Moos selbst das Heft in die Hand. In den vergangenen Jahren ließ man schrittweise Leerrohre verlegen, in die ein Betreiber nun Glasfaserkabel einziehen kann. Beschleunigt wurde der flächendeckende Ausbau in Moos und seinen Ortsteilen durch den parallel verlaufenden Gasnetzausbau. Der erforderte ohnehin Erdarbeiten für die Rohre. Auch hier ergriff die Kommune die Chance und ließ Leerrohre einbauen.

Damit waren nicht nur zwei Arbeitsvorgänge miteinander verbunden, sondern es wurden auch erhebliche Kosten eingespart. Laut Jürgen Graf, Mitarbeiter der Gemeinde, reduzierte sich das Investitionsvolumen nach Abzug der Fördergelder für den Ausbau des Breitbandnetzes für die Gemeinde auf rund 600 000 Euro, wie er in der jüngsten Gemeinderatssitzung erläuterte.

Von drei Anbietern blieben die Stadtwerke Konstanz übrig

Was jetzt noch fehlte war ein Betreiber, der die Glasfaser in die Leerrohre einzieht und "das Licht anmacht", wie es im Fachjargon heißt. Bei einer europaweiten Ausschreibung für die Dienstleistungskonzession meldeten sich zunächst drei Anbieter. Ein verbindliches Angebot machten letztlich nur die Stadtwerke aus Konstanz, die unter anderem das Breitbandnetz in Öhningen betreiben. In Moos begrüßte man grundsätzlich den heimischen Bieter: "Aus Öhningen hört man eigentlich nur Gutes über die Stadtwerke Konstanz", sagte Frank Riester (UWV) in der Sitzung.

Ebenfalls erfreulich ist das Angebot aus finanzieller Sicht, denn Moos habe laut Jürgen Graf dadurch höhere Einnahmen für das Verpachten der Leerrohre, als man ursprünglich erwartet hatte. "Wir gehen von Pachteinnahmen von rund 40 000 Euro pro Jahr aus. Damit haben wir nicht gerechnet", ließ er das Gremium wissen.

Bundesnetzagentur prüft noch die Angebote

Bis die Stadtwerke tatsächlich den Zuschlag zur Überlassung der passiven Infrastruktur und die damit verbundene Dienstleistungskonzession erhalten, werden voraussichtlich noch ein paar Wochen vergehen. Solange lässt sich die zuständige Bundesnetzagentur erfahrungsgemäß Zeit, um die Angebote zu prüfen. Für Jürgen Graf, der den Ausbau des Glasfasernetzes in Moos von Anfang an verwaltungsintern begleitet hat, ist der jetzige Schritt "ein Meilenstein" wie er sagte. Zudem habe er vor zehn Jahren nicht geglaubt, dass das in Moos so schnell gehen wird, verriet er.

Bandbreiten bis zu einem Gigabit sollen möglich sein

Laut seiner Aussage stehen den Moosern geradezu paradiesische Zeiten bevor, was die Qualität der Übertragung anbelangt. Denn wenn die Nutzer bereit sind, die letzten Meter bis zu ihrem Haus mit Glasfaser auszustatten, sind "Bandbreiten bis zu einem Gigabit möglich", führte Jürgen Graf aus. Und das Schönste daran sei, dass relativ schnell verhältnismäßig viele Haushalte von dem modernen Glasfasernetz profitieren können. Laut Graf können bis zu 80 Prozent der Straßen mit Glasfaser ausgestattet werden. Rund ein Drittel der Haushalte (etwa 420) haben bereits Zugang. Das Ende quälend langsamer Übertragungen per Internet ist damit abzusehen. Denn "im Herbst sind die ersten Kunden mit einer Glasfaserverbindung möglich", stellte Jürgen Graf in Aussicht.