Lässt sich Hochwasser auf der Mooser Allee mit Baumaßnahmen vermeiden? Um diese Frage zu klären hat sich die Gemeinde an das Regierungspräsidium gewandt. Hintergrund ist, dass die Landesstraße 192, die von Radolfzell über die Höri führt (siehe Infokasten), in den vergangenen Jahren mehrfach im Bereich der Mooser Allee überflutet war. Im Jahr 2016 sorgte das, ähnlich wie im Jahr 1999, für einen wochenlangen Nutzungsausfall der Straße. Das bedeutete Umwege über Bohlingen und Überlingen am Ried.

Das könnte Sie auch interessieren

Landstraße müsste angehoben werden

Es gab nun eine Vorstellung der technischen Machbarkeit von Maßnahmen zum Hochwasserschutz in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Moos. Zwei Mitarbeiter des Regierungspräsidiums aus der Abteilung Straßenwesen und Verkehr in Singen erläuterten eine mögliche Variante des Ausbaus, der in Zukunft für eine Anhebung eines besonders betroffenen Teilbereiches denkbar macht. Dieser liegt im südwestlichen Bereich der Mooser Allee und wurde bei den Hochwasserereignissen in der jüngeren Vergangenheit zuerst überspült.

Bei Hochwasserereignissen, die durchschnittlich alle zehn Jahre vorkommen (HQ 10), steht die Straße an ihrer tiefsten Stelle dann bereits 30 bis 35 Zentimeter unter Wasser und wäre damit für den Durchgangsverkehr nicht mehr nutzbar. Um dies zu verhindern, müsste man die Landesstraße auf einer Länge von rund 260 Metern entsprechend anheben.

Empfindliche Baumwurzeln sind Hindernis 

Doch genau das ist laut den Fachleuten im Fall der Pappelallee zwischen Moos und Radolfzell kompliziert. Denn die Bäume stehen viel zu nah an der Fahrbahn. Der Abstand beträgt laut Rainer Anton vom Baureferat Süd in Singen gerade einmal „100 bis 150 Zentimeter“, wie er in der Sitzung erläuterte. Das Auffüllen und Erhöhen würde den Bäumen nach seiner Aussage gar nicht gut bekommen: „Pappeln haben sehr empfindliche Wurzeln und vertragen lediglich einen Bodenauftrag von zehn Zentimetern."

Weil eine Verkehrsgefährdung und ein langfristiges Absterben praktisch nicht zu verhindern sei, müssten mindestens 25 der Pappeln sofort gefällt werden. Das wiederum stieß nicht auf viel Gegenliebe im Gremium. „Wir wollen den Ausbau, aber nicht den Verlust der Pappelallee“, sagte Anja Fuchs (FGL).

Das könnte Sie auch interessieren

Der Naturschutz ist ohnehin der große Knackpunkt der Maßnahme. Die L 192 führt an dieser Stelle gleich durch mehrere Schutzgebiete. So steht der Bereich unter Vogel- und Naturschutz und befindet sich obendrein noch in einem FFH-Schutzgebiet, das europaweite Geltung besitzt. Weil die Fahrbahnoberfläche auf der Mooser Allee derzeit noch in einem sehr guten Zustand ist, denkt man ohnehin noch nicht daran, die Maßnahme schnell umzusetzen.

Darum geht es der Gemeinde Moos auch nicht, wie Bürgermeister Peter Kessler in seiner letzten Sitzung in diesem Amt erklärte: „Es gilt für die Zukunft zu planen, denn man braucht im Falle einer Sanierung eine planungsrechtliche Genehmigung“, sagte er. Diese müsse dementsprechend früh eingereicht werden. Laut Stephan Belke vom Baureferat Süd möchte man die Maßnahme nach Möglichkeit „im Rahmen der Erhaltung abwickeln“. Zu einem Zeitrahmen sagte er nichts.