Trotz guter Argumente mussten am Schmutzigen Dunnschtig die Mitarbeiter des Mooser Rathauses ihre Plätze räumen. Zu groß war die närrische Übermacht durch die vier Mooser Zünfte beim Rathaussturm um acht Uhr am Morgen. Dabei hatte sich das Team um Bürgermeister Peter Kessler gute Argumente zurechtgelegt, warum die Verwaltung besser an Ort und Stelle bliebe. "Mir dond baue wie die Wilde und die Infrastruktur neu bilde. Ufwährts goht es denn mit Moos, die ganze Gmoend, die wird grandios", stellte der Schultes vor der feindlichen Übernahme seines Amtes in Aussicht.

Doch der Reim verfing offenbar nicht bei den Narren. Sie hatten es wie immer an diesem Tag auf einen Wettstreit der anderen Art angelegt. Und so musste das Rathausoberhaupt sich gegen drei Fastnachtspräsidenten behaupten, die ihrerseits kräftige Unterstützung durch ihre närrischen Vereinsmitglieder erhielten. Beim Tiere-Raten lag der Bürgermeister gar nicht mal so schlecht, obwohl man es ihm mit den Aufgaben nicht leicht gemacht hatte. Wer weiß schon, welche Geräusche ein Zebra oder eine Hyäne machen? Das heimische Hausschwein stellte für die Narren indes kein Problem bei der Identifizierung dar. Kläglich scheitern musste Peter Kessler dann aber beim Zielschießen. Nicht nur, dass man ihm die Abneigung gegen Waffen an den Gesichtszügen ablesen konnte, sondern auch seine Trefferausbeute muss als mehr als schwach bezeichnet werden.

Deutlich zielsicherer die närrischen Konkurrenten. Narrenpräsidentin Brigitte Wiedemann von den Büllebläri aus Weiler legte im Liegendschießen besonders erfolgreich an, sodass der Rathausleiter und sein Team keine Chance hatten. Und so kam es dann, wie es kommen musste. Nach dem eindeutigen Ergebnis der sportlichen Auseinandersetzung übernahmen die Narren das Kommando in Moos.

Unter der Leitung von Zunftmeisterin Inge Vogler (Bützigräbler Iznang) nahm man Peter Kessler nicht nur die Insignien seiner Macht, sondern noch obendrein den Rathausschlüssel. Nachdem man sich gemeinsam im Bürgersaal gestärkt hatte, ging es dann zur Befreiung der Kinder in der Schule und den Kindergärten. Schließlich sollen auch sie ein paar schöne Tage in närrischer Freiheit verbringen.

Närrische Tage

Die Amtsenthebung des Bürgermeisters dauert bis zum Aschermittwoch in der kommenden Woche. Bis dahin haben die Narren der Gemeinde das Sagen in Moos. In der Zwischenzeit reihen sich derweil zahlreiche Veranstaltungselemente aneinander. So wird von Zünften in ihren jeweiligen Ortsteilen der Narrenbaum gestellt und an verschiedenen Orten ausgelassen gefeiert. Die närrischen Tage dauern bis Dienstagabend: Dann wird die Fastnacht verbrannt. (ja)