Kinder kommen heute immer früher in eine Betreuungseinrichtung und bleiben dort oftmals länger als noch vor einigen Jahren. Dieser Wandel der Gewohnheiten und Anforderungen macht auch einen Um- und Ausbau der Einrichtungen notwendig. In der Gemeinde Moos wurde die Verwaltung daher im September vom Gemeinderat beauftragt, erste Planungen für die Erweiterung des Kindergartens Bankholzen um eine U3-Gruppe in die Wege zu leiten. Die ersten Planungen wurden jetzt im Gemeinderat vorgestellt.

Das beauftragte Architekturbüro stellte zwei Varianten zur Auswahl, die nach Überlegungen mit der Kindergartenleitung und Vertretern der katholischen Kirche als Träger des Kindergartens entstanden waren. Die Pläne sehen neben den zusätzlichen Räumlichkeiten für die U3-Gruppe noch weitere Ergänzungen vor. So werden für die verlängerten Nutzungszeiten dringend Räume zur Essensmöglichkeit benötigt. Während eine Variante den Ausbau des Bestandsgebäudes in nördliche Richtung vorsieht, plant die zweite Erweiterungen in nördlicher und südlicher Richtung. Letztere gewann den Vorzug bei der Kindergartenleitung, weil dort alle Räume auf einer Ebene liegen würden. Der erste Entwurf hingegen sieht auf nördlicher Seite einen zweigeschossigen Ausbau vor, der gleichzeitig eine Aufzug nötig machen würde. In diesem jedoch sehen die Kindergärtnerinnen eher einen Nachteil im Alltag. Diese Variante war dennoch aus Sicht des Gemeinderates interessant, weil sie einen geringeren Flächenverbrauch auf dem Grundstück benötigt. Ferner wären dabei keine Baumaßnahmen in dem Garten notwendig, der heute schon als eher knapp bemessen angesehen wird.

Beide Planungen würden laut vorsichtiger Schätzung des Architekten rund 875 000 bis 890 000 Euro kosten. Ursprünglich war man im Gemeinderat von rund 600 000 Euro für eine Erweiterung des Kindergartens ausgegangen. Letztlich konnte man sich zu keiner der beiden Varianten entschließen. Das lag auch an einem Antrag, den Irmhild Kalkowski (RGL) stellte. Sie wollte noch einmal prüfen lassen, ob eine Erweiterung des Kindergartengeländes in südlicher Richtung möglich wäre. Bisher macht ein bestehendes Zufahrtsrecht, dass jedoch auch anders denkbar wäre, diese Pläne zunichte. Mit Blick auf diese Option vertagte der Gemeinderat eine Entscheidung über die vorliegenden Varianten.

Zusätzlich erschwert wird die Entscheidung zudem noch durch die unsicheren Prognosen hinsichtlich der Kinderzahlen in den nächsten Jahren. So sorgte die aktuelle Zahl der Kinder in Bankholzen jüngst für Irritation. Nach einem stetigen Anstieg in den Jahren 2014 bis 2016 auf 28 Kinder (nach Jahrgängen) fiel die Zahl im Jahr 2017 auf 17 Kinder. Zwischenzeitlich ist wiederum ein deutliches Ansteigen der Zahl zu beobachten. Aus diesem Grund geht man in der Gemeinde von einer Notwendigkeit des Ausbaus des Kindergartens Bankholzen aus.

 

Das Bauprojekt

In der Gemeinde Moos befinden sich insgesamt zwei Kindergärten. Der Kindergarten Villa Pfiffikus in Moos ist ein kommunaler, der Kindergarten St. Blasius im Teilort Bankholzen wird von der katholischen Kirche getragen. Als Eigentümer der Immobilie kommt die Gemeinde jedoch auch hier für sämtliche Baumaßnahmen auf. Auf eine finanzielle Unterstützung durch die katholische Kirche darf man somit nicht rechnen. Die reinen Baukosten werden aktuell auf knapp 900 000 Euro geschätzt. (ja)