Das gute Wetter lockt viele Menschen ans Wasser. Man könnte meinen, dass in den Strandbädern nicht genug Platz für den Andrang ist. Allerdings sind die Besucherzahlen auf der Höri geringer ausgefallen als von den Pächtern erwartet. Das Problem sei der niedrige Wasserstand, sagen sie. Der Pegel des Bodensees ist durch die lange Hitzeperiode und den wenigen Regen stark gesunken. Das hält manche Menschen von einem Badetag im Strandbad ab. Noch bevor sich Ende September die Tore der Bäder für diese Saison schließen, ziehen die dennoch zufriedenen Pächter eine Zwischenbilanz.

Strandbad Öhningen: "Das war der beste Sommer seit 30 Jahren", berichtet Gürsel Aktas. Dem 54-jährigen Pächter zufolge verläuft die Saison gut und er freue sich über den langen, schönen Sommer. Es seien zwar mehr Besucher als im Vorjahr, dennoch habe Aktas aufgrund des guten Wetters mit einer höheren Besucherzahl gerechnet. Der Wasserstand habe in diesem Jahr den ein oder anderen Badegast ferngehalten. "Die Leute müssen lange laufen, bis es mal tief wird. Aber abgesehen davon war alles in Ordnung", sagt Aktas. Dem niedrigen Pegel kann er auch etwas Positives abgewinnen. "Für Kinder ist es ideal. Sie können im freigelegten Sand super spielen." Entendermatitis – eine allergische Reaktion, die durch im Entenkot übertragene Erreger entsteht – sei in Öhningen kein Problem gewesen. "Die Wasserqualität ist sehr gut und es gab keine Schwierigkeiten", sagt der 54-Jährige.

Murat Aktas vor dem Kiosk des Strandbads Horn in Gaienhofen. Er profitiert auch vom benachbarten Campingplatz.
Murat Aktas vor dem Kiosk des Strandbads Horn in Gaienhofen. Er profitiert auch vom benachbarten Campingplatz. | Bild: Lisa Liebsch

Strandbad Horn: "Besonders in den ersten zwei Ferienwochen herrschte am Wochenende Hochbetrieb", sagt Gülhan Aktas, die zusammen mit ihrem Mann Murat Aktas den Kiosk im Strandbad betreibt. Beide sind zufrieden mit der laufenden Saison. Der Wasserstand sei zwar auch in Horn niedriger als in den Vorjahren, doch die Besucher würden sich davon nicht abhalten lassen. "Die Gäste kommen und staunen, weil das Wasser fehlt. Aber die meisten stört das nicht", berichtet Gülhan Aktas. Die Besucherzahlen seien wegen des Pegels allerdings auch bei ihnen geringer als erwartet. Trotzdem gibt es laut Gülhan Aktas viele gute Tage. "So ein langer Sommer ist selten in Deutschland." Dieser habe zu vielen Besuchern auf dem angrenzenden Campingplatz geführt, welche sich im Strandbad abkühlen würden. "Der Campingplatz und das Strandbad gehören zusammen. Dort war viel los und somit auch hier", stellt die 43-Jährige fest.

Der niedrige Wasserstand schafft am Ufer des Untersees, hier beim Strandbad in Moos, für den Sommer ungewohnte Ansichten.
Der niedrige Wasserstand schafft am Ufer des Untersees, hier beim Strandbad in Moos, für den Sommer ungewohnte Ansichten. | Bild: Lisa Liebsch

Strandbad Iznang: Auch im Strandbad Iznang will sich Pächter Ismail Aktas über die Saison nicht beschweren. "Wetter und Wasser sind gut und viele Leute kommen", sagt der 52-Jährige. Zudem freue er sich über die warmen Temperaturen, den vielen Sonnenschein und die höheren Besucherzahlen in diesem Jahr. "Alles läuft sehr gut", ergänzt er. In Iznang habe der niedrige Wasserstand außerdem nicht zu Problemen geführt. "Wir haben einen Sandstrand und deswegen keinen Matsch", berichtet Aktas. Klagen seitens der Gäste seien ihm nicht zu Ohren gekommen. "Ich denke, alle sind zufrieden", lautet sein Fazit.

Deniz Gül ist der neue Pächter im Strandbad Moos. Trotz des niedrigen Wasserstandes ist er mit dieser Saison zufrieden.
Deniz Gül ist der neue Pächter im Strandbad Moos. Trotz des niedrigen Wasserstandes ist er mit dieser Saison zufrieden. | Bild: Lisa Liebsch

Strandbad Moos: "Besonders der Saisonbeginn war super und die Temperaturen sind richtig schön", sagt Deniz Gül. Er ist Pächter des Kiosks im Strandbad Moos und beurteilt die Saison positiv. Aufgrund des guten Wetters seien die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Pächter macht dafür teils auch die Küche des Kiosks verantwortlich. "Wir leben nicht vom Baden allein", erläutert der 35-Jährige. Die Kioskterrasse sei an sonnigen Tagen gut besucht und daher mitverantwortlich für seine positive Bilanz. Durch die längere Hitzeperiode sei aber auch in Moos der Wasserstand erheblich gesunken. "Der Pegel ist sehr niedrig. Gerade im August waren deshalb nur wenige Badegäste da", sagt der Pächter.

Strandbad Wangen: Klaus Indlekofer, Pächter des Strandbads in Wangen, wollte sich trotz SÜDKURIER-Anfrage nicht äußern.