Dieser Neujahrsempfang in Moos war anders als in den vergangenen Jahren. Kein Rückblick auf das letzte Jahr und keine Vorschau auf 2019. Bei diesem Neujahrsempfang gab es nur ein Thema: die Verabschiedung von Peter Kessler als Bürgermeister. 20 Jahre lang hat Peter Kessler dieses Amt ausgeübt und sich durch Einsatz, Wissen und Bürgernähe großen Respekt bei den Bürgern in Moos und seinen Ortsteilen erarbeitet. Die Gemeinde Moos ohne Peter Kessler ist in den Köpfen vieler Einwohner eigentlich nicht vorstellbar. So groß und nachhaltig ist seine Tätigkeit als Rathauschef in ihrem Gedächtnis verankert.

Das könnte Sie auch interessieren

Eine leichte Aufgabe war es aber nicht. Der Bürgermeister blickte zurück. Bei 90 Prozent seiner Tätigkeit sei es um Finanzen gegangen, die restlichen zehn Prozent hätten aber auch bezahlt werden müssen, schilderte Peter Kessler in seiner ihm eigenen, humorvollen und bescheidenen Art. Sparsamkeit von der ersten Stunde an war für ihn das oberste Gebot, um die Wünsche der Bürger irgendwann erfüllen zu können.

Sporthallenbau als roter Faden seiner Amtszeit

Während seiner Hausbesuche zum Amtsantritt sei Kessler von einem damals Zwölfjährigen bereits auf die Neugestaltung einer Sporthalle angesprochen worden. Aufgrund dramatischer Steuerrückgänge steckte die Gemeinde Moos, genau wie andere Kommunen auch, aber in einer finanziell schwierigen Situation. Umdenken und Sparen war angesagt. „Man sagt mir nach, ich könnte auch aus einem Pfennig noch Kupferdraht erstellen“, zeigte Peter Kessler humorvoll das auf, was ihm in der Gemeinde schon seit langem nachgesagt wird.

Sparsamkeit alleine aber zeichnete Peter Kessler nicht aus. Der Verwaltungsbetrieb musste schließlich mit allen Pflichten weiterlaufen. „Ein guter Schultes weiß genau: erst kommt das Amt, dann deine Frau“, formulierte Kessler und erntete für diese Einstellung zu seinem Amt große Anerkennung. „Meine Frau würde sagen, dass ich mich wohl nur an einem Platz zuhause fühle: bei der Arbeit.“

Stellvertreter Albin Lang betont die gute Zusammenarbeit

Albin Lang, erster Stellvertreter des Bürgermeisters, fasste aus Sicht des Gemeinderates die langjährige Zusammenarbeit zusammen: Auch wenn das eine oder andere Mal etwas lauter diskutiert wurde, wenn man den Beschlussvorschlägen des Bürgermeisters nicht immer zustimmen konnte, sei es jedes Mal ein kollegiales Miteinander gewesen und man habe sich anschließend auch stets in die Augen schauen können. „Wir sagen Danke für Ihr offenes Ohr. Vorschläge und Ideen waren Ihnen stets willkommen“, sagte Lang. Die Zusammenarbeit hätte immer einwandfrei funktioniert.

Nachfolger Patrick Krauss tritt am 1. Februar sein Amt an

Anne Overlack, seit 15 Jahren Mitglied im Gemeinderat, zog ihre persönliche Bilanz. „Peter Kessler hat schon deutliche Fußstapfen hinterlassen. Für seinen Nachfolger Patrick Krauss kommt es aber darauf an, nicht nur in dessen Stapfen zu treten. Er muss eigene Spuren hinterlassen.“ Patrick Krauss stellte klar, dass dieser Neujahrsempfang nur der Würdigung des Lebenswerkes von Peter Kessler gehöre. Seinen Ausblick auf die vor ihm liegende Amtszeit werde er erst bei seiner offiziellen Amtsübergabe am 1. Februar abgeben.

Die Landtagsabgeordnete Nese Erikli (Bündnis 90/Die Grünen) zollte Peter Kessler großen Respekt: „Wenn sich jemand ein so hohes Ansehen in der Gemeinde erarbeitet hat und dann während seiner Amtszeit zurücktritt, verdient dies große Anerkennung und Respekt.“ Um beim Thema Sporthalle zu bleiben, der größten Investition der Gemeinde, überlasse Kessler seinem Nachfolger den Spatenstich, ein Zeichen seiner Bescheidenheit.

Überraschende Gesangseinlage des Hausmeisters Norbert Opitz: Peter Kessler verabschiedet sich als Mooser Rathauschef aus seinem Amt und bedankt sich bei allen für die gute Zusammenarbeit.
Überraschende Gesangseinlage des Hausmeisters Norbert Opitz: Peter Kessler verabschiedet sich als Mooser Rathauschef aus seinem Amt und bedankt sich bei allen für die gute Zusammenarbeit. | Bild: Michael Jahnke

Peter Kessler schloss mit den Worten: „Bitte streichen Sie den Begriff Altbürgermeister aus Ihrem Wortschatz. Ich wünsche mir, dass Sie mich auf künftigen Veranstaltungen weiterhin in Moos und seinen Ortsteilen begrüßen können.“ Viel bescheidener geht es kaum. Es entspricht aber dem Naturell von Peter Kessler, der nur einen musikalischen Wunsch geäußert hatte: Bitte keine pompösen Märsche. Bescheidenheit, Ehrfurcht vor dem Amt sind seine Art gewesen. Gudrun Kessler, die Ehefrau hinter dem Bürgermeister, schilderte nach diesem einmaligen Neujahrsempfang: „Die Amtskette für den Nachfolger Patrick Krauss ist schon geputzt und poliert.“ Die Zukunft der Gemeinde ist also gesichert und vorbereitet.