Seit der letzten Kommunalwahl verzichtet die Gemeinde Moos auf einen Hafenausschuss. Die Befugnisse wurden auf den Gemeinderat übertragen und in der Mietordnung für die Liegeplätze für Sportboote verankert. Der Gemeinderat stimmte nun in seiner jüngsten Sitzung einer Änderung der Mietordnung für die Belegung der Sportboot-Liegeplätze zu. Sie regelt die Anteile der insgesamt 245 Liegeplätze für Segel-und Motorbooten im Verhältnis von 60 zu 40.

Aktuelle Quote ist 57 zu 43 Prozent

Derzeit liegt die Quote in den Häfen, an den Stegen und Liegebojen von Moos und Iznang bei 57 Prozent Segel- zu 43 Prozent Motorbooten. Bei den jährlichen Vergaben sollen künftig nur Segelboote berücksichtigt werden bis das Verhältnis von mindestens 60 Prozent erreicht ist.

Als Segelboot gelten Bootstypen ohne Antrieb sowie Boote mit elektrischem Antrieb. Unter dem Eindruck einer fehlenden Mehrheit zog Gemeinderätin Anne Overlack (RGL) ihren Antrag zurück, die Häfen innert 40 Jahren in einen reinen Liegeplatz für Segelboote sowie Boote mit elektrischem Antrieb zu verwandeln.

Wenig Möglichkeiten bei Bestandsverträgen

Ende Januar wurde die Verwaltung vom Gemeinderat beauftragt, das Verhältnis von Segelbooten und Motorbooten der fest vermieteten Liegeplätze im Hafen Moos sowie beim Landungssteg und Bojenfeld von Iznang zu ermitteln. Ausgenommen von der Zählung wurden Sondernutzungsplätze der Segelschule und der Bootswerft sowie Liegeplätze örtlicher Gasthäuser, erläuterte der Leiter des Ordnungsamtes, Jürgen Graf.

Nach seinen Berechnungen sind an den Landungsstegen die Hälfte der Liegeplätze an Motorboot-Besitzer vergeben. An dem Bojenfeld liegen nur 39 Prozent Motorboote. Wohingegen im Hafen von Moos 42 Prozent der vermieteten Plätze an Motorboote vergeben wurden. Bürgermeister Patrick Krauss sieht bei Bestandsverträgen wenig Möglichkeiten, Vorgaben zu machen. Ebenso wäre es schwierig, jede einzelne Neuvergabe im Gesamtverhältnis neu zu kalkulieren. Er schlug vor, bei jährlichen Vergaben die 60 zu 40 Quote zu berücksichtigen.

Vereine haben Bedenken

Karlheinz Bölli (UWV) erläuterte dem Rat die Bedenken der Vereine. Der Segelclub Moos stünde in einer Abhängigkeit zu seinen Motorbootfahrern, weil sie die aktivste Gruppe des Vereins darstellen und die gesamte Vereinsarbeit mit Festen, Kinderferienprogrammm, Büllefest und die Instandhaltung wie den Umbau des Clubhauses gestalten würde. Der Club sehe die Quotierung als ein Problem für die eigene Vereinsarbeit.

Der Segelclub Iznang sehe hingegen eine Benachteiligung darin, dass er das Kontingent an Motorbooten zwar deutlich unterschreite, aber durch das Gesamtkontingent keine weitere Motorbootfahrer in den Club aufnehmen könnte. Bölli machte den Vorschlag, die Plätze der Vereine von denen der Gemeinde zu trennen. Der Rat blieb in seiner Abstimmung bei der Haltung einer Gesamtquotierung der Anlagen.

Nur noch Segel- und E-Boote?

Angesichts der Klimaschutzbewegung und dem Bedürfnis nach Ruhe schlug Anne Overlack (RGL) den Zusatz einer Präambel in der Mietordnung vor, die die Gemeinde dazu verpflichten sollte, nur noch Segelboote sowie Boote mit Elektromotoren zu beherbergen. Alle fünf Jahre solle eine neue Quotierung um jeweils fünf Prozent zugunsten der Segelboote erfolgen, so ihre Idee.

Karlheinz Bölli sagte dagegen, er wolle auch Motorbootfahrern den See ermöglichen und stelle sich „gegen eine Verteufelung von Motorbooten„. Zudem würden auch Motorboote Umweltkontrollen unterzogen. Um dieselbe Technikqualität bei Elektrobooten zu erhalten, müsse man das Zehnfache von dem eines Motorbootes ausgeben, erläuterte Bürgermeister Patrick Krauss aus Gesprächen mit Herstellern.

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Der Bodensee würde sich, ähnlich dem Starnberger See, zu dem einer „High Society“ entwickeln. Helmut Granser (CDU) sprach sich gegen eine vereinsspezifische Quotierung und für eine Gesamtquote aller Häfen aus. Eine Gesamtquote würde eher zu dem Ziel führen, die Motorboote zu reduzieren. Bürgermeister Patrick Krauss sprach sich auch für eine einheitliche Quote aus, da sie den Verwaltungsaufwand reduziere.