Zu Epiphanias erscheint im schwäbisch-alemanischen Sprachraum nicht nur die Gegenwart Gottes in Jesus, sondern auch traditionell der Narr aus seinem Schlupfwinkel. Endlich war Dreikönigstag und die Narren durften ihr Häs wieder anziehen. Rund 400 Hästräger der zehn Höri-Narrenzünfte starteten im Bürgerhaus von Moos mit einem zünftigen Frühschoppen in die Fasnacht-Saison. Gastgeberin Sandra Hugenschmidt von den Mooser Rettichen führte als Conférenciere durch das Programm aus Sketchen, Wettbewerben und unterhaltender Musik des Musikvereins Bankholzen. Althergebracht erspielten sich die Narrenzünfte am Dreikönigstreff die Reihenfolge der Startnummer für den Höri-Umzug.

Beim Spiel mit den Fabelwesen machten der künftige und der aktuelle Mooser Bürgermeister eine gute Figur: Patrick Krauss (links) und Amtsinhaber Peter Kessler.
Beim Spiel mit den Fabelwesen machten der künftige und der aktuelle Mooser Bürgermeister eine gute Figur: Patrick Krauss (links) und Amtsinhaber Peter Kessler. | Bild: Georg Lange

Es ging ein Raunen durchs närrische Publikum als der designierte Mooser Bürgermeister Patrick Krauss vor der Narrenpräsidentin der Bützigräbler, Inge Vogler, einen Kniefall machte, damit sie ihm eine filzgeschneiderte Narrenkappe mit den Wappen und Insignien der vier heimischen Zünfte auf den Kopf setzen konnte. Das Publikum applaudierte dem angehenden Bürgermeister für den offen gezollten Respekt gegenüber den Narren.

Beim Fasnachtauftakt begrüßte „Manni“ Knopf die Burgwichtel aus Schwandorf, dem Hinterland der Heuberger Landschaft in der Höri-Zivilisation. Der Landvogt der Narrenvereinigung Hegau Bodensee ehrte Thomas Gebhardt von den Mooser Rettichen sowie Corinna Blondzik-Burgo von den Hägelisaiern aus Gaienhofen mit dem Dackelorden des Verbandes. Die frisch geehrten „Vereinsdackel“ stehen in der Verpflichtung den Orden sichtbar zu tragen und können bei einer Verletzung mit Freirunden an Spirituosen in Regress genommen werden, erläuterte Landvogt Knopf.

Beim Dreikönigsfrühschoppen der Höri-Zünfte herrschte ausgelassene Stimmung im Mooser Bürgerhaus.
Beim Dreikönigsfrühschoppen der Höri-Zünfte herrschte ausgelassene Stimmung im Mooser Bürgerhaus. | Bild: Georg Lange

Beim bunten Rahmenprogramm klärte Felix „Seppi“ Hepfer von den Büllebläri humorvoll über die Tücken des Smartphones auf und wie man durch den falschen Gebrauch von Wörtern beim Telefonieren versehentlich einen, von der amerikanischen Sicherheitsbehörde NSA finanzierten, Karibikurlaub auf Guantanamo erhält oder wie der Weiler Landwirt mit App und implantiertem Euterchip via SMS ans Melken seiner Kühe erinnert wird. Udo Dietrich sowie Egbert und Roswitha Pfeifer von den Bankholzer Joppen nahmen in einem Sketch den von Medizinern oftmals leichsinnigen Gebrauch von Fremdwörtern aufs Korn und trieben die Ärztin in den Wahnsinn.

Die Präsidenten der Hörizünfte heizten in Frack und mit Zylinder den Narren ein.
Die Präsidenten der Hörizünfte heizten in Frack und mit Zylinder den Narren ein. | Bild: Georg Lange

Besonderen Spaß hatte das Publikum beim Musik-Wettbewerb der Iznanger Bützigräbler: Die Wettstreiter hatten Handpuppen mit einem Klaps auf den Kopf ein Wort aus einem bekannten Lied zu entlocken, die sie nicht nur zu erkennen, sondern auch in die richtige Reihenfolge zu bringen hatten. Die Präsidenten der zehn Zünfte verabschiedeten in Frack, Zylinder und einem Festgesang ihre Kollegin Brigitte Wiedemann als Präsidentin der Weiler Büllebläri. Die Narren wählten Markus Maier als obersten Narr in das Weiler Amt.

Mit Blasrohr und Pfeilen erkämpften sich die Verterter der Höri-Zünfte ihre Startnummern für den Höri-Umzug.
Mit Blasrohr und Pfeilen erkämpften sich die Verterter der Höri-Zünfte ihre Startnummern für den Höri-Umzug. | Bild: Georg Lange

Die Narrenzunft der Käfertaler richten am 24. Februar den Höri-Umzug in Hemmenhofen aus. Deren Präsident Rudolf Hasenfratz machte es den Zünften schwer ihre Startnummer zu erkämpfen. Mit einem Blasrohr und einer Zielscheibe errangen die stellvertretenden Vorsitzenden in einem ersten Schritt die Reihenfolge für den finalen Wettkampf der Präsidenten.

Diese mussten mit einem Blasrohr Luftballons zum Platzen bringen, in denen die Startnummern versteckt waren. Rund zwei Drittel der Luftballons waren mit Nieten gefüllt und zwangen sie zu mehrfachen Runden um die begehrten vorderen Plätze beim Umzug.