Im alten Rathaus zu Iznang war beim bunten Abend der Bützigräbler kein freier Platz mehr zu finden. Die Üzner, wie sich die Iznanger gerne nennen, lieben ihre Fasnacht, weil sie so ursprünglich und familiär ist. Narrenpräsidentin Inge Vogler konnte in ihrer Begrüßungsansprache daher alle Narren mit ihren Vornamen ansprechen, darunter auch Mitglieder benachbarter Zünfte.

Dieses Persönliche ist einzigartig und brachte die Besucher von Anfang an in die richtige Stimmung. Dazu trugen auch die humorvollen Ansagen von Rolf Zimmermann bei, der wortgewandt und witzig durch den Abend führte. Zum Laufe des Abends trug der närrische Tausendsassa zusätzlich mit seinen selbstkomponierten Liedern bei, ein fester Bestandteil bei den Bützigräblern.

Es ist oft eine schwierige Aufgabe, als erster die Bühne zu betreten und Emotionen zu wecken. Das traute sich in diesem Jahr die Jugend der Bützigräbler, die mit einer Märchenstunde die Fasnacht einmal anders interpretierte. Der Auftritt erwies sich als doppelt schwer, da technische Probleme mal zu Rückkoppelungen, mal zu Mikrofonausfällen führten. Andreas Engesser, der Herr der Regler und Schieber, kam mächtig ins Schwitzen. Noch am Vorabend hatte der "Andy" alles gewissenhaft überprüft und die Tonanlage funktionierte einwandfrei. Jetzt wurde es für ihn ein richtig stressiger Abend. Die Narrenjugend ließ sich davon kaum beeindrucken und setzte ihren Auftritt souverän fort.

Die Narrensamen Mia Riester, Paula und Lilly Glaser, die als nächstes die Bühne betreten sollten, waren dementsprechend angespannt. Wie sich zeigen sollte, war dies aber völlig grundlos. Die drei hochtalentierten Nachwuchsnarren brachten als Carmen und Robert ihrem Sohn das Rechnen bei. "Wenn du 28 Wecker hast und musst um 7.00 Uhr aufstehen..." – der Rest der Frage ging im tosenden Applaus unter. Das Publikum war völlig begeistert, was sich auch auf den Auftritt der Holzer übertrug. Sechs Handpuppen hatten Bruchteile von Hits einstudiert und "Freiwillige" sollten durch Drücken auf diese Handpuppen die Songs erraten und in die richtige Reihenfolge bringen. Ein Spaß für den ganzen Saal, wenn man selbst mitdachte und gedanklich schon die richtige Reihenfolge zusammengestellt hatte.

Humor am Strandbad

Wer unter dem Programmpunkt "Tanz" ein Männerballett befürchtet hatte, wurde angenehm überrascht. Neun Tänzerinnen des Grundele-Balletts von der Insel Reichenau zeigten, wie Tanz richtig und schwungvoll dargeboten werden kann. Das Publikum war hin und weg und forderte zu Recht eine Zugabe. Da war Kondition gefragt, über die auch Inge Vogler unter dem Motto "Die Sporttherapie" höchst amüsant und schwungvoll nachdachte. Vom Strandbad aus betrachteten Andrea Bürgel und Leo Glaser äußerst humorvoll die Geschehnisse in Iznang, nur ganz stilecht unterbrochen von den ständigen Bestellungen eines Gastes. "Nummer 16, ein Weizenbier," rief der vermeintliche Wirt regelmäßig, bevor er das Glas servierte.

Auf der Bühne

Den bunten Abend gestalteten auf der Bühne: Louis Glaser, Nadine Engesser, Julia und Katharina Schmidle, Leon Feucht, Lana Stanjoevic, Mia Riester, Paula und Lilly Glaser, Bodo Vogler, Helmut Glaser, Michael Glaser, Daniel Lang, Mario Glaser, Peter Schmidle, das Grundele-Ballett von der Reichenau, Andrea Bürgel, Leo Glaser, Nicole Glaser, Andrea Bohner, Patrick Ruhland, Günter Glaser, Inge Vogler und Rolf Zimmermann.