Der regenarme Sommer des vergangenen Jahres hat es auf dramatische Weise gezeigt – die ufernahen Bereiche der Gemeinde Moos verlanden zunehmend. Bei niedrigem Wasserstand sind Teilbereiche nicht mehr nutzbar. Während das in in bestimmten Bereichen irrrelevant ist, sind vor allem Bootsnutzer die Leidtragenden. Denn wenn der Wasserstand zu niedrig ist, können selbst in den beiden Häfen in Moos und Iznang die Boote nicht mehr festgemacht werden.

Ausbaggern geht nicht so einfach

Für Bürgermeister Patrick Krauss ist die Angelegenheit "eine Sache, die wir langfristig angehen müssen, sonst haben wir irgendwann keine Häfen mehr", sagte er jetzt auf Nachfrage des SÜDKURIER. Allerdings ist ihm bewusst, dass man dabei dicke Bretter bohren werden muss.

Während es in der Vergangenheit normal war, dass in regelmäßigen Abständen zum Beispiel der Hafen in Moos ausgebaggert wurde, ist das aktuell und in der Zukunft so nicht mehr möglich, wie Krauss andeutet. "Wir leben hier in einem Naturschutzgebiet und verschiedene Behörden reden hier mit. Ausbaggern ist so einfach nicht mehr möglich."

"Der Schwimmsteg fördert die Verlandung"

Für den Alt-Gemeinderat Klaus Engelmann aus Iznang ist ein Teil der Probleme hausgemacht und sie wären deshalb zu verhindern gewesen. "Der Schwimmsteg in Iznang fördert die Verlandung. Das ist mit den lächerlichen Einnahmen, die die Gemeinde dadurch generiert, nicht zu rechtfertigen", sagt er.

Der technische Berater im Ruhestand saß 33 Jahre im Hafenausschuss der Gemeinde Moos und erinnert sich noch gut an die Entscheidung zum Schwimmsteg Anfang der 2000er Jahre. "Ich hatte damals eine Umweltverträglichkeitsprüfung gefordert", zu der es aber nicht gekommen sei, so Engelmann. Damals hatte Landrat Frank Hämmerle nicht den Steg als Ursache der Verlandung ausgemacht, sondern die Sedimenteintragungen der Radolfzeller Aach, die seiner Meinung nach Schwemmstoffe bis nach Iznang tragen.

Klaus Engelmann, der diese Erklärungsvariante immer angezweifelt hat, wittert jetzt die Möglichkeit, Entwicklungen der Vergangenheit abzuschaffen. Seines Wissens nach läuft das Wasserrechtsverfahren für den Steg nach 20 Jahren Laufzeit aus. "Meiner Meinung nach muss der Steg dann weg", sagt er. Allerdings beteuert Engelmann, dass es ihm nicht darum gehe, "einen Pyrrhussieg zu erzielen".

Phänomen der Verlandung unstrittig

Dass es im Hafenbereich Iznang seit vielen Jahren eine zunehmende Verlandung gibt, ist unstrittig. Gemeinderat und Fischer Albin Lang hat das Problem erst kürzlich wieder in einer Ratssitzung angesprochen. Er gehört zu denjenigen, die mit einem eigenen Steg in unmittelbarer Nähe zum Hafen direkt betroffen sind.

Auch der Ostwind gilt als Übeltäter

Ob der Schwimmsteg, der direkt an der Haldenkante in Iznang liegt und damit auch das Anlegen von Segelschiffen mit einem größeren Tiefgang erlaubt, die Ursache für das Verlanden ist, bleibt zunächst eine These.

Klaus Engelmann, der in Iznang selbst ein Grundstück mit Seezugang besitzt, hat neben dem Steg in jedem Fall noch eine andere Ursache festgestellt. "Wir haben viel mehr Ostwind als früher. Das bringt mehr Sedimente an das Iznanger Ufer", ist er sich sicher. Im Frühjahr erstreckt sich diese Wetterlage mitunter über mehrere Wochen. Eine schnelle Besserung ist bisher nicht in Sicht.

Bürgermeister Patrick Krauss beabsichtigt das Thema erst mit dem künftigen Hafenauschuss nach der Kommunalwahl anzugehen, wie er gegenüber dem SÜDKURIER erklärt. Zudem musste er eingestehen, dass er "noch nicht so mit der Materie vertraut" sei.