Während andere bei ihrem beruflichen Ruhestand meistens schon Tage zuvor die Arbeit ausklingen lassen, hat Peter Kessler am Donnerstag in Moos noch einmal rangeklotzt. Sein Terminplan war wie in den 20 Jahren seiner Tätigkeit als Bürgermeister von Moos gut ausgefüllt, so dass an ein vorzeitiges Ausklingen nicht zu denken war.

"Schauen Sie am besten gar nicht hin", sagte er am frühen Nachmittag mit Blick zu seinem Schreibtisch, bei einem letzten Gespräch mit dem SÜDKURIER. Während die sonst mit zahlreichen Akten gefüllten Regale bereits geräumt waren, konnte man das von dem Schreibtisch nicht gerade behaupten. Der Plan, um 17 Uhr dennoch seine Wirkungsstätte der vergangenen zwei Jahrzehnte endgültig zu verlassen, stand dennoch.

Der Schreibtisch sieht noch nach Arbeit aus

Eine kleine Abschiedsrunde hatte Peter Kessler bereis am Vormittag gedreht. Er hatte im Bauhof, dem Gemeinde-Verwaltungsverband und in den Kindergärten vorbeigeschaut, um sich für die Zusammenarbeit zu bedanken. Seinen letzten offiziellen Termin, der für den Nachmittag angesetzt war, hatte er dennoch an seinen Nachfolger Patrick Krauss übergeben. Denn das Thema des Flora-Fauna-Habitats (FFH) wird diesen vermutlich immer wieder einmal beschäftigen.

Bereits am Donnerstag übergab Kessler Krauss den Rathausschlüssel, am Freitag übergibt er offiziell die Amtskette. Im Bürgerhaus findet am Freitag ab 19 Uhr eine Gemeinderatssitzung statt, die zudem mit Musik und einem Stehempfang eine unterhaltsame Amtsübergabe werden soll.

Für den Kreistag will Kessler wieder kandidieren

Peter Kessler freut sich schon auf die Zukunft: "Ich bin froh, dass ich nach 20 Jahren die Verantwortung abgeben kann", sagte er. Ganz zieht er sich aus der politischen Arbeit aber nicht zurück. Er sitzt noch bis zum Ende der Legislatur im Juli in Kreistag, Regionalverband und Aufsichtsrat der Beschäftigungsgesellschaft. "Ich werde auch noch einmal für den Kreistag kandidieren. Mich reizt die Thematik mit einem neuen Landrat", verriet er. Privat möchte er in Zukunft wieder mehr Konzerte besuchen. Und in den nächsten zwei Monaten stehen Skiurlaube mit Freunden und der Familie an.