Meterhoch ragte die schwarze Rauchsäule über den Untersee und ließ ein verheerendes Feuer erahnen. Als am Freitag um 9.42 Uhr der Alarm bei der Freiwilligen Feuerwehr in Moos einging, erahnte noch niemand die Ausmaße. Kurze Zeit später herrschte bittere Gewissheit: Eine Lagerhalle der Mooser Dachbau-Firma Rixen im Industriegebiet war nicht mehr zu retten. Sie stand beim Eintreffen der Einsatzkräfte bereits im Vollbrand.

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„Wir haben sofort damit begonnen, ein Übergreifen der Flammen auf die benachbarten Gebäude zu verhindern und das Feuer einzuschränken“, sagte Einsatzleiter Karl Wolf dem SÜDKURIER vor Ort. An der Lagerhalle zeichnete sich indes eine Brandkatastrophe ab. Laut Polizeiangaben wurde auch das auf dem Firmengelände befindliche Wohnhaus sowie mehrere Fahrzeuge beschädigt.

Die Rauchsäule war weithin sichtbar
Die Rauchsäule war weithin sichtbar | Bild: Jarausch, Gerald
Video: Jarausch, Gerald

Nach Angaben von Einsatzleiter Karl Wolf und dem Radolfzeller Feuerwehrkommandanten Helmut Richter waren 50 Feuerwehrleute im Einsatz. Neben den Abteilungen aus Moos und Radolfzell war auch die Singener Feuerwehr ausgerückt, um die Einsatztrupps zu unterstützen. Die Löscharbeiten zogen sich über mehrere Stunden hin. Am Abend war man noch auf der Suche nach Glutnestern. 

Durch das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte konnte ein Übergreifen des Feuers verhindert werden. An den Nachbargebäuden entstanden lediglich kleinere Schäden durch die Hitze. „Es war ringsherum sehr knapp“, bilanziert Helmut Richter. Vor allem die Enge der Gebäude habe die Löscharbeiten erschwert.

Bild: Baronner, Florian

Eine Person wird verletzt

Bürgermeister Patrick Krauss, der sich vor Ort ebenfalls ein Bild von der Brandkatastrophe machte, bedauere, dass durch die Flammen nun eine Familienexistenz gefährdet sei. „Alle Feuerwehren haben perfekt und schnell zusammengearbeitet“, betont er. Durch das schnelle und strukturierte Eingreifen konnte ein noch größerer Schaden verhindert werden. Laut Polizeiangaben wurde beim Brand ein Mann leicht verletzt. Es handele sich hierbei um einen Mitarbeiter der Firma, der das Feuer entdeckt hatte. Er erlitt eine Rauchgasvergiftung.

Video: Jarausch, Gerald

Berichte von mehreren Anwohnern, dass es durch das Feuer zu Explosionen gekommen sei, konnten weder die beiden Kommandanten Wolf und Richter noch Bürgermeister Krauss bestätigen. „Beim Einbruch des Gebäudes sind Stahlträger heruntergekracht, dies hat die lauten Geräusche verursacht“, so Krauss weiter. Er bezeichnete den entstandene Schaden als „enorm“. Die Polizei geht von einem Schaden im sechsstelligen Bereich aus. Auch die Ermittlungen zur Brandursache laufen derzeit noch.

Die Suche nach den letzten Glutnester läuft noch. Bild: Matthias Güntert
Die Suche nach den letzten Glutnester läuft noch. Bild: Matthias Güntert | Bild: Matthias Güntert

Die Löscharbeiten gingen bis in den Abend. Gleichzeitig hatten die Einsatzkräfte vor Ort mit den Aufräumarbeiten begonnen.

Nur noch wenige Teile des Gebäudes stehen. Der Rest wurde trotz des Einsatzes der Feuerwehrmänner ein Opfer der Flammen. Bild: Matthias Güntert
Nur noch wenige Teile des Gebäudes stehen. Der Rest wurde trotz des Einsatzes der Feuerwehrmänner ein Opfer der Flammen. Bild: Matthias Güntert | Bild: Matthias Güntert

Die neue Ausrückordnung greift

Obwohl die Lagerhalle der Mooser Dachbau-Firma nicht mehr zu retten war, zeigten sich die Verantwortlichen der Mooser und der Radolfzeller Feuerwehr mit dem Ablauf des Einsatzes zufrieden. Die neue Ausrückordnung habe sich bei diesem Einsatz bewährt. Sie sieht vor, dass tagsüber bei einer Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr von Moos auch die Radolfzeller Feuerwehr mit ausrücke. „Es war unser Vorteil, denn so waren schnell genügend Einsatzkräfte vor Ort“, sagte Einsatzleiter Karl Wolf.