Skepsis gegen eine Erweiterung des katholischen Kindergartens in Bankholzen wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Moos laut. Die Ratsmitglieder erteilten dem Vorschlag der Verwaltung eine Teilabsage. Insbesondere die ungesicherte Finanzierung des Projektes hat einige Räte veranlasst, ihren Unmut über das angeschlagene Tempo zu äußern. Immerhin konnte sich das Gremium am Ende auf einen neuen Konsens einigen. Als Planungsgrundlage soll weiterhin eine überarbeitete Version des beauftragten Architekten dienen und im Rathaus will man bis zum 20. Dezember verlässliche Zahlen zu der Finanzierung liefern.

Das wird laut Bürgermeister Peter Kessler jedoch nicht ganz einfach werden: "Wir haben viele Unbekannte im Haushalt", erklärte er das Dilemma. Generell hält er eine Finanzierung der Erweiterung, die sich nach einer Überarbeitung der Pläne auf 2,08 Millionen Euro beläuft, für machbar: "Ich denke, das kriegen wir hin", sagte Peter Kessler. Er wird die tatsächliche Umsetzung des Projektes in seiner Amtszeit nicht mehr erleben, denn wegen seines Rücktritts endet diese bereits im Januar 2019.

Bürgermeister Kessler errechnet spontan eine offene Summe von 500 000 Euro

Nach seiner eigenen Kalkulation, die Kessler in Abwesenheit des Kämmerers auf die Schnelle in der Sitzung vornahm, ermöglichen drei Faktoren die Finanzierung des Kindergarten-Ausbaus: So rechnet man in der Verwaltung im Jahr 2018 mit einer Verbesserung der Einnahmen in Höhe von rund 500 000 Euro. Weitere 500 000 Euro hofft man aus dem Ausgleichsstock und durch Fördergelder zu bekommen. Und nochmal 650 000 Euro sind ohnehin im Haushaltsplan 2019 enthalten. Bliebe eine Summe von rund 500 000 Euro offen, um das Projekt anzugehen.

Den Optimismus des Bürgermeisters wollten indes nicht alle teilen. Als größter Bedenkenträger zeigte sich Karlheinz Bölli (UWV). Dem ging der Beschlussvorschlag der Verwaltung für einen Bauantrag viel zu schnell: "Wir reiten das Thema hier viel zu schnell ab. Ich finde, wir sind noch nicht reif dafür, heute darüber abzustimmen", befand er. Ganz allein war er mit dieser Ansicht nicht: "Das ist das erste Mal, dass wir über ein so großes Projekt abstimmen sollen, ohne dass die Finanzierung gesichert ist", sagte Anne Overlack (RGL). Als Hauptgrund führte sie ebenso wie Bölli an, dass der Kämmerer bisher immer erklärt habe, "dass man über die geplante Sporthalle hinaus kein Geld mehr ausgeben könnte", wie sie ausführte.

Vorschlag zum Verkauf eines Grundstücks findet keine Zustimmung

Auch der Vorschlag von Helmut Granser (CDU), das neben dem Kindergarten befindliche Grundstück samt Dreschhalle zur Finanzierung des Projektes zu verkaufen, fand nicht viele Anhänger im Gremium. Das als "Filetstück" bezeichnete Grundstück wollten die meisten nicht ohne große Not veräußern. Zudem würde man sich eine spätere Erweiterung des Kindergartens damit praktisch unmöglich machen.

Erst nachdem Peter Kessler einen neuen Beschlussvorschlag formuliert hatte, der eben die präzise Ermittlung der Gemeindefinanzen beinhaltete, konnten sich die Ratsmitglieder mit der Fortführung der Planungen anfreunden. Die sind bereits weit fortgeschritten. Sie sehen einen Anbau an den bestehenden Kindergarten in Bankholzen vor. Dort, wo bisher der Zugang zum Gebäude besteht, sollen zwei Module angekoppelt werden, was zukünftig die Betreuung von Kindern unter drei Jahren ermöglicht.

An der Planung selbst gibt es nichts zu mäkeln

Grundsätzlich zweifelte an der Qualität dieser Planungen niemand im Rat. Auch wenn sich der ein andere eine kostengünstigere Variante gewünscht hätte. Die ist angesichts der Anforderungen vermutlich nicht zu haben. Denn mit dem Anbau gehen noch weitere baurechtliche Forderungen einher, die die Gemeinde am Bestandsgebäude vornehmen muss, Das reicht vom Einbau eines Aufzuges, um behindertengerecht zu sein, bis hin zu Brandschutzmaßnahmen.